5 Fragen zur Physio- und Ergotherapie im Passauer Wolf Bad Gögging
Die Anwendung verschiedener Therapien ist während der Rehabilitation im Passauer Wolf essentiell. Diese werden zudem laufend an neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden angepasst. Bei welchen Beschwerden, mit welchem Ziel und mit welchen neuen Methoden die Physiotherapie und Ergotherapie im Passauer Wolf Bad Gögging durchgeführt werden, erzählen uns heute Norbert Zierer, Leiter der Physiotherapie in der Passauer Wolf Hotelklinik Bad Gögging, und Kathrin Zinner, Leiterin der Ergotherapie im Passauer Wolf Bad Gögging.
1. In der Ergotherapie im Passauer Wolf werden moderne Methoden genutzt, um die Patienten auf ihrem Genesungsweg zu unterstützen, z.B. seit kurzem ein spezieller Handschuh. Können Sie erzählen, was es damit auf sich hat, wie der Handschuh genau funktioniert und was damit erreicht werden soll?
Kathrin Zinner: »Der Roboter-Handschuh ist ein pneumatisch betriebenes Soft-Exoskelett für die Hand. Er besteht aus flexiblen Materialien, die sich passgenau um die Hand legen. Durch eine Steuerbox wird Druckluft über Schläuche in das Exoskelett geleitet, um die Finger zu bewegen. Im Skelett sind dafür an den Stellen, die bewegt werden sollen, mit Luft befüllbare Kammern eingearbeitet. Durch Druckregulierung in den Schläuchen kann die Bewegung der Hand und Finger kontrolliert werden. Welche Finger angesteuert werden und wie langsam oder schnell eine Bewegung durchgeführt werden soll, wird am PC über eine Software gesteuert.
Der Roboter-Handschuh hilft Patienten mit Einschränkungen in der Handmotorik dabei, das Funktionsdefizit durch passive oder aktiv-assistierte Bewegungsunterstützung zu verbessern. Hände, Arme und Schultern sollen dadurch im Alltag wieder leichter eingesetzt werden können. Sowohl Patienten ohne Eigenaktivität der Hand als auch Patienten mit geringer aktiver Handansteuerung können den Handschuh verwenden. Diese moderne Therapiemethode bietet für die Patienten im Passauer Wolf Bad Gögging eine zusätzliche Möglichkeit, motorische Einschränkungen in der Hand zu verbessern.«
2. Neu in der Physiotherapie im Passauer Wolf Bad Gögging ist das zebris Druckverteilungs-Messsystem. Können Sie erzählen, bei welchen Beschwerden das Messsystem eingesetzt wird, wie das System genau funktioniert und was damit erreicht werden soll?
Norbert Zierer: »Das Messsystem findet in den Bereichen Reha- und Akutmedizin, Diagnostik, Sport und Wissenschaft Verwendung. In der Physiotherapie im Passauer Wolf Bad Gögging setzten wir das System vor allem zur Veranschaulichung von Therapieerfolgen ein und nutzen es in erster Linie bei Hüft-, Knie-, Sprunggelenks und Wirbelsäulenpatienten zur Stand- und Ganganalyse.
Das System beinhaltet eine Messsensorik, die aus kapazitiven und eng nebeneinander angeordneten Drucksensoren, besteht. Um die Druckverteilung über der Messmatrix zu bestimmen, wird die auf jeden Sensor einwirkende Kraft bestimmt. Die dabei generierten Messsignale werden zur Weiterverarbeitung an die Ansteuer- und Signalverarbeitungselektronik weitergeleitet, von dort auf den PC übertragen und angezeigt.
Wir verwenden das Messystem konkret zur Diagnoseunterstützung und Therapie von Dysbalancen bzw. Störungen des Gangbildes. Damit können wir das Gleichgewicht analysieren sowie Fehl- und Überbelastungen entdecken. Die Erfolgskontrolle der Therapiemaßnahmen kann für die Patienten außerdem motivierend wirken. Auch zur Prävention und zur Rehabilitation bei Beschwerden nach Verletzungen oder Operationen sowie zur Unterstützung bei der Entwicklung, Anpassung und Überprüfung von orthopädischen Hilfsmitteln kann es eingesetzt werden.«
3. Wie genau unterscheiden sich Physiotherapie und Ergotherapie voneinander?
Kathrin Zinner & Norbert Zierer: »Oberstes Ziel der Ergotherapie und der Physiotherapie ist es grundsätzlich, die Eigenständigkeit und Unabhängigkeit der Patienten wiederherzustellen. Das Wort Ergotherapie kommt vom griechischen Wort »ergo« und kann mit »das Handeln, das Tun« übersetzt werden. Ebenfalls aus dem Griechischen stammt das Wort »physio«, was »natürlich« bedeutet. Die Ergotherapie ist also handlungsorientiert, und leitet damit einen sehr nahen Alltagsbezug ab. Die Physiotherapie ist funktionsorientiert und soll die natürliche Funktionsfähigkeit des Körpers wiederherstellen. Um bestmögliche Behandlungserfolge für die Patienten zu erzielen, ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Physio- und Ergotherapeuten unabdingbar.«
4. Bei welchen Beschwerden werden Ergotherapie und Physiotherapie im Passauer Wolf Bad Gögging eingesetzt? Welche Ziele werden damit jeweils konkret verfolgt?
Kathrin Zinner & Norbert Zierer: »Im Passauer Wolf Bad Gögging unterstützen wir vor allem Patienten bei der Zielerreichung, die an neurologischen Erkrankungen und Störungen leiden. Dazu zählen z.B. Schlaganfälle, Morbus Parkinson, Multiple Sklerose oder neurologische Funktionseinschränkungen nach einem Hirntumor. Zudem können Patienten mit orthopädischen Einschränkungen, wie beispielsweise Hüft-, Knie- oder Schulterproblemen, eine Reha im Passauer Wolf Bad Gögging in Anspruch nehmen. Oberstes Ziel dabei ist immer die Wiedererlangung der größtmöglichen Selbstständigkeit im Alltag und die Rückkehr in das Berufsleben.«
5. Inwieweit kann durch Therapien (v.a. Physio- und Ergotherapie) während der Rehabilitation im Passauer Wolf der Genesungsverlauf der Patienten unterstützt werden?
Kathrin Zinner & Norbert Zierer: »Verschiedene Therapieansätze und -methoden sind ein wichtiger Bestandteil der Rehabilitation im Passauer Wolf. Bei uns arbeiten interdisziplinäre Teams, bestehend aus Ärzten, Pflegern, Therapeuten, Psychologen, Sozialberatern und weiteren Experten, eng zusammen, um die Patienten auf ihrem Genesungsweg bestmöglich zu unterstützen. Die Teams erarbeiten gemeinsam mit den Patienten individuelle Ziele. Um diese bei der Erreichung dieser Ziele optimal zu unterstützen, werden Therapiemethoden verordnet, die konkret auf die jeweiligen Defizite ausgerichtet sind. Die Therapien können einzeln oder in Gruppen erfolgen. Im Rahmen des Reha-Aufenthalts lernen die Patienten einerseits auf ihre Beschwerden abgestimmte Übungen kennen, andererseits bereiten sie sich mit einem Eigenübungsprogramm darauf vor, den Alltag nach der Reha zu meistern.«



