Internationaler Frauentag: Herzgesundheit im Fokus
Am 8. März ist Internationaler Frauentag. Wir nehmen diesen Tag zum Anlass, um uns einem wichtigen Thema zu widmen: der Herzgesundheit bei Frauen. Herzinfarkte äußern sich beim weiblichen Geschlecht häufig anders als bei Männern. Unspezifische Symptome führen dazu, dass Warnzeichen übersehen oder falsch eingeordnet werden. Gerade deshalb ist Aufklärung entscheidend – denn früh erkannt können Leben gerettet werden. Elena Schneider, Chefärztin der Inneren Medizin im Passauer Wolf Bad Griesbach, erklärt, woran man einen Herzinfarkt bei Frauen erkennt und warum er oft erst spät erkannt wird.
Woran erkennt man einen Herzinfarkt bei Frauen?
Elena Schneider: Herzinfarkte zeigen sich bei Frauen häufig nicht durch den klassischen starken Brustschmerz mit Ausstrahlung in den linken Arm, der oft mit einem Herzinfarkt verbunden wird. Stattdessen treten häufig unspezifische Beschwerden auf. Neben Rückenschmerzen, Übelkeit und Schmerzen im Oberbauch macht sich ein Herzinfarkt bei Frauen oft durch Schwäche und eine geringere Belastbarkeit bemerkbar. Dadurch, dass die Symptome auf Vieles hindeuten könnten, denken viele Frauen oft nicht direkt an einen Herzinfarkt.
Warum werden Herzinfarkte bei Frauen oft zu spät erkannt?
Elena Schneider: Es gibt mehrere Gründe, warum Herzinfarkte bei Frauen häufig später diagnostiziert werden:
Gründe für die späte Diagnose
- Fehlende Brustschmerzen: Bei vielen Frauen fehlen die typischen Vernichtungsschmerzen im Brustkorb gänzlich. Schäden können jedoch noch Jahre später durch ein EKG oder Bluttests nachgewiesen werden.
- Fehlinterpretation: Betroffene ordnen die Symptome oft Stress, dem Rücken oder Dem Magen zu und Zögern den Notruf hinaus.
- Medical Gaslighting: In der Medizin werden Frauen-Symptome teilweise nicht ernst genommen oder als Stress, Angst oder psychosomatische Beschwerden interpretiert, was zu einer verspäteten Diagnose führen kann.
- Viele Frauen holen für sich selbst zu spät Hilfe.
Frauen sterben beim ersten Herzinfarkt fast doppelt so häufig wie Männer, da wertvolle Zeit durch Fehlinterpretationen verloren geht.



