Kompetenz in der Wundversorgung: Pflegefachkraft Reingard Obregón im Interview
Eine professionelle Wundversorgung braucht Fachwissen, Erfahrung und einen ganzheitlichen Blick auf die Patientinnen und Patienten. Reingard Obregón, Pflegefachkraft im Passauer Wolf Nittenau, hat sich deshalb im Bereich Wundmanagement weitergebildet. Im Interview erzählt sie, was sie zu diesem Schritt motiviert hat, welche Aufgaben sie als Wundmanagerin auf der Station übernimmt und wie Patientinnen und Patienten von der spezialisierten Versorgung profitieren.
Was hat Sie motiviert, die Weiterbildung im Wundmanagement zu absolvieren?
Reingard Obregón: Durch die Weiterbildung im Wundmanagement wollte ich mein Wissen erweitern, aktuelle Behandlungsmöglichkeiten kennenlernen und mehr Sicherheit bei der Einschätzung und Versorgung von Wunden gewinnen. In meinem beruflichen Alltag habe ich gemerkt, wie komplex die Versorgung chronischer und schwer heilender Wunden sein kann und wie wichtig eine fachgerechte, individuell abgestimmte Behandlung ist.
Was sind Ihre Aufgaben als Wundmanagerin auf der Station?
Reingard Obregón: Meine Aufgaben sind unter anderem:
- Schmerzmanagement: Schmerzen im Zusammenhang mit der Wunde und dem Verbandswechsel erfassen und berücksichtigen.
- Patientenberatung: Betroffene und Angehörige über Wundversorgung, Hautpflege, Ernährung, Bewegung und vorbeugende Maßnahmen informieren.
- Qualitätssicherung: Hygienestandards, aktuelle Leitlinien und pflegerische Standards berücksichtigen.
- Dekubitus- und Wundprophylaxe: Maßnahmen zur Vermeidung neuer Wunden planen und umsetzen.
- Anleitung und Beratung des Teams: Kolleginnen und Kollegen bei Fragen zur modernen Wundversorgung unterstützen und Wissen weitergeben.
- Interprofessionelle Zusammenarbeit: Austausch mit Ärzten, Pflegefachkräften, Physiotherapeuten, der Ernährungsberatung und weiteren Beteiligten.
- Wunddokumentation: Den Verlauf regelmäßig dokumentieren, unter anderem mithilfe von Wundfotografie und standardisierten Assessmentinstrumenten. Die Versorgung bei Veränderungen entsprechend anpassen.
- Individuelle Wundversorgung: Geeignete Wundauflagen und Versorgungskonzepte entsprechend der jeweiligen Wundsituation auswählen.
Was verändert sich durch die neue Struktur konkret für unsere Patienten?
Reingard Obregón: Die neue Struktur ermöglicht eine schnellere und qualitativ hochwertige Wundversorgung.
Was haben Sie in Ihrer Weiterbildung gelernt, das Ihnen heute im Stationsalltag besonders hilft?
Reingard Obregón: Besonders hilfreich ist für mich, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und die Wundversorgung individuell an die jeweilige Wundsituation anzupassen. Die Weiterbildung hat mir mehr Sicherheit und Handlungskompetenz im täglichen Umgang mit Patienten mit akuten und chronischen Wunden gegeben.
Was macht für Sie persönlich eine gute Wundversorgung aus?
Reingard Obregón: Für mich bedeutet eine gute Wundversorgung, den Patienten ganzheitlich zu betrachten und nicht nur die Wunde selbst zu versorgen. Dazu gehört, Schmerzen und Bedürfnisse des Patienten ernst zu nehmen, hygienisch und sorgfältig zu arbeiten sowie den Wundverlauf regelmäßig zu kontrollieren und zu dokumentieren. Mein Ziel ist es, eine optimale Wundheilung zu unterstützen und gleichzeitig die Lebensqualität und Selbstständigkeit der Patienten zu erhalten oder zu verbessern.






