Sportverletzungen, Frakturen & Unfallfolgen

Knochenbrüche, Bänderrisse, Verletzungen des Kapsel-Band-Apparates oder Mehrfachverletzungen nach (Sport-)Unfällen passieren plötzlich und reißen Betroffene aus dem gewohnten Alltag. Im Passauer Wolf Bad Gögging oder Ingolstadt können sich Betroffene in guten Händen wissen, egal ob eine Operation vorausgegangen ist oder ob die Beschwerden konservativ behandelt werden. Das Wissen aus der Profisport-Betreuung lassen unsere Experten natürlich in die Behandlung einfließen.

Anschlussheilbehandlung (AHB) bei Sportverletzungen, Frakturen oder Unfallfolgen im Passauer Wolf - unter der Leitung von Experten

Ärztliche Leitung
  • Dr. med. Stefan Triebel
    Dr. med. Stefan Triebel
    Passauer Wolf Bad Gögging
  • Dr. med. Michael Grubwinkler
    Dr. med. Michael Grubwinkler
    Passauer Wolf Ingolstadt
Behandlungs-schwerpunkte

Rehabilitation nach Sportverletzungen: Traumatische und degenerative Belastungsschäden -z.B. Bandplastiken am Kniegelenk, Sehnenrupturen (z.B. Schultergelenk -Rotatorenmanschette)

Rehabilitation nach Unfällen und komplexen Unfällen, auch nach Arbeitsunfällen: Verletzungen und Mehrfachverletzungen (Polytrauma) nach Unfällen sowie damit einhergehenden Funktionseinschränkungen der Bewegungsorgane, auch bei gleichzeitigem Schädel-Hirn-Traumata, dann in Verbindung mit der neurologischen Fachabteilung

Rehabilitation nach Gliedmaßenverlust (Amputation) einschließlich Prothesenversorgung: Prothesenanpassung, Geh- und Gebrauchsschulung der Prothesen nach Amputation größerer Gliedmaßenabschnitte aufgrund eines Unfalls (Traumafolge)

Zustände nach Verletzungen peripherer Nerven

Reservierung Orthopädie

Bad Gögging (stationär) T +49 800 0007306-1

Ingolstadt (ambulant) T +49 841 88656-0

Wissenswertes im Überblick

Bei einem Kreuzbandriss handelt es sich um eine der häufigsten Knieverletzungen. Die Medizin spricht davon, wenn es zu einem teilweisen oder vollständigen Riss des vorderen oder seltener des hinteren Kreuzbandes im Kniegelenk gekommen ist. Bleibt ein Kreuzbandriss unbehandelt, kann es langfristig zu (vorzeitigen) verschleißbedingten Schäden im Knie kommen, beispielsweise zu einer Kniearthrose, die im Laufe der Zeit ggf. die Implantation einer Knieprothese notwendig machen kann. Aufgabe der beiden Kreuzbänder ist es, den Oberschenkelknochen und das Schienbein im Inneren des Kniegelenks miteinander zu verbinden und auf diese Weise Stabilität und Bewegung zu gewährleisten. Wenn eines oder beide Kreuzbänder reißen, wird das Knie instabil und der Gang des Betroffenen unsicher, weil sich die Knochenenden vom Schienbein und dem Oberschenkelknochen im Kniegelenk gegeneinander verschieben können. Die Medizin unterscheidet zwischen einem vorderen und einem hinteren Kreuzbandriss, abhängig davon, welches Kreuzband von der Ruptur betroffen ist. Ein Riss des hinteren Kreuzbandes kommt dabei deutlich seltener vor als ein vorderer Kreuzbandriss.

Meistens handelt es sich um die Folge eines Sportunfalls. Die risikoreichsten Sportarten sind solche mit raschen Richtungswechseln. 

 

Grundsätzlich richtet sich die Art der Behandlung nach der jeweiligen Verletzung. Als Therapieoptionen stehen konservative und operative Möglichkeiten zur Verfügung. Im Rahmen einer konservativen Behandlung sind Ruhigstellung sowie eine Stabilisierung des Knies mithilfe einer Schiene der erste Schritt. Die Ruhigstellung kann dabei mehrere Wochen betragen. Im Anschluss folgt eine intensive Physiotherapie. Ziel dieser Therapie ist es, die Oberschenkelmuskulatur zu kräftigen, um das Kniegelenk zu stabilisieren. Im Laufe der weiteren Wochen sollte der Patient das verletzte Knie immer mehr bewegen und belasten können. Entscheidend für die Stabilität und Funktion des Kniegelenks nach einem Kreuzbandriss sind zum einen eine motivierte Mitarbeit des Patienten sowie zum anderen die Qualität der Physiotherapie.

 

Ist nur ein Teil vom Kreuzband gerissen, kann die im Heilungsprozess entstehende Narbenbildung zu einer erneuten Stabilisierung des Kniegelenks führen. Eine Operation erübrigt sich dann fast immer. Die rasche ärztliche Diagnostik nach der Verletzung hilft sehr bei der Beurteilung des Gelenkschädigungsausmaßes und dem Abwägen des Für und Wider einer Kreuzbandoperation. Empfehlenswert ist der operative Eingriff auf jeden Fall für Sportler. Die Kreuzband-OP kann üblicherweise die Funktion und Stabilität des Kniegelenks langfristig und sicherer wieder erreichen als eine konservative Therapie.

Eine Kreuzband-OP soll die Beweglichkeit und Stabilität Ihres vom Kreuzbandriss geschwächten Kniegelenks wieder herstellen. Obwohl sich manche Kreuzbandrisse auch ohne Operation behandeln lassen, verspricht eine Kreuzband-OP in der Regel ein besseres Langzeitergebnis. Bei der Kreuzbandoperation ersetzt der Chirurg das beschädigte Kreuzband üblicherweise durch patienteneigenes Sehnengewebe, wie etwa durch Sehnenanteilen der sogenannten ischiocruralen Muskulatur, seltener der Patellasehne. In Sachen Reißfestigkeit und Elastizität sind diese Sehnen annähernd vergleichbar mit dem Kreuzband und liefern in der Regel einen guten Ersatz. Heute finden fast alle Kreuzbandoperationen minimal-invasiv mit nur kleinen Schnitten statt.

 

Gelegentlich erfolgt eine Kreuzband-OP ambulant, meistens jedoch stationär mit einem bis zu 3-tägigen Krankenhausaufenthalt. Die Operation kann in Voll- und Teilnarkose erfolgen. Je nach Schwere der Verletzung und eingesetzter Operationstechnik dauert der Eingriff zwischen ein und zwei Stunden.

Es ist von verschiedenen Dingen abhängig, wie lange die Schonzeit nach einem Kreuzbandriss dauern sollte. Wenn beispielsweise Sportler betroffen sind, dann ist es ratsam, erst nach neun Monaten wieder in den Sport zurückzukehren. Dies ist vor allem bei Kontaktsportarten wie etwa Eishockey, Handball oder Fußball empfehlenswert. Nach einigen Wochen kann der Betroffene jedoch wieder mit leichten Sportarten wie Fahrradfahren beginnen. Das operierte Kreuzband braucht auf jeden Fall Zeit zum Heilen. Letztlich ist es individuell verschieden, wie lange der Patient wirklich ausfällt. Unter anderem hängt es davon ab, wie gut der Patient die Operation überstanden hat und ob Komplikationen im Anschluss aufgetreten sind. Voraussetzung für die Wiederaufnahme von sportlichen Aktivitäten sind Schmerzfreiheit, volle Beweglichkeit und Muskelkraft, keine Schwellungen oder Instabilität und die Zustimmung vom behandelnden Arzt oder Operateur. Bei den ersten Trainingseinheiten nach überstandenem Kreuzbandriss kann dem Patienten das Tragen einer Knieschiene Sicherheit bringen. Dies sollte der Betroffene aber zunächst mit seinem behandelnden Arzt besprechen.

Für den Behandlungserfolg ist eine gezielte Rehabilitation über mehrere Monate notwendig. Meist erfolgt die Reha in ambulanten Einrichtungen. Nach einer Operation oder bei einem komplizierten Kreuzbandriss kann aber auch zum Beginn der Therapie ein stationärer Aufenthalt in einer Rehaklinik sinnvoll sein. Betroffene können sich im Passauer Wolf Bad Gögging und Ingolstadt gut aufgehoben wissen - in Rahmen einer stationären oder ambulante Reha ebenso wie bei Behandlungen in den Therapieambulanzen, die es an jedem Standort gibt.

 

Oberstes Gebot unmittelbar nach einer Operation sind Schonen und Kühlen des betroffenen Bereiches. Auf diese Weise wird die Schwellung rasch zurückgehen und die Schmerzen werden nachlassen. Ebenfalls im Fokus ist eine regelmäßige Streckung. Zu diesem Zweck kommt eine Motorschiene zum Einsatz, durch die das Gelenk passiv bewegt und nach Möglichkeit ganz gestreckt wird. Das Tragen einer Knieschiene wird von den meisten Orthopäden über einen Zeitraum von bis zu sechs Wochen empfohlen. Durch diese ist in der Regel eine komplette Streckung möglich, jedoch wird eine Beugung des Knies über 90 Grad verhindert.

 

Physiotherapeutisch sollte die komplette Nachbehandlung begleitet werden. Insbesondere in den ersten Wochen ist es wichtig, Belastung, Intensität und Umfang der Reha-Übungen und Anwendungen dem Zustand des Knies anzupassen. Anfangs wird eine Kräftigung der Oberschenkelmuskulatur im Fokus stehen, denn für die Stabilisierung des Gelenks und Entlastung des Kreuzbandersatzes sind Kniestrecker und Kniebeuger sehr wichtig. Kurze Zeit nach der Operation wird das Training über ein An- und Entspannen der Muskulatur nicht hinausgehen. Wenig später jedoch kann der Patient einfache koordinative Übungen durchführen. Zur Kräftigung der Muskulatur eignen sich zusätzlich Trainingsgeräte wie ein Fahrradergometer oder eine Beinpresse. Auch Aqua-Jogging ist für die Muskelkräftigung empfehlenswert.

Der Oberschenkelknochen (Femur) ist der längste Knochen im Körper. Am oberen Ende des Knochens befindet sich ein abgewinkelter Hals mit einem kugeligen Hüftkopf. Zusammen mit der Hüftpfanne des Beckens bildet der Hüftkopf das Hüftgelenk. Kommt es zu einem Oberschenkelhalsbruch, dann befindet sich der Bruch genau zwischen Kopf und Schaft des Oberschenkelknochens. Das betroffene Bein ist nicht mehr in der Lage, den Körper zu tragen und es treten zumeist starke Schmerzen auf. Bei einem Oberschenkelhalsbruch ist die Operation die Therapie der Wahl. Im Anschluss daran sollte eine Rehabilitation erfolgen.

Ein Oberschenkelhalsbruch kommt typischerweise bei älteren Personen vor. Diese sind häufiger betroffen, weil es mit zunehmendem Alter zu einer Veränderung der Knochenstruktur kommt. Hierfür ist die Verminderung der Knochensubstanz, die sogenannte Osteoporose, verantwortlich. Bei dieser Erkrankung werden vor allem die lasttragenden inneren Verstrebungen der Gelenkenden, die Spongiosa abgebaut. Besonders der Bereich des Schenkelhalses ist dadurch geschwächt und es kann schon bei leichteren Stürzen zu einer Fraktur kommen. Ein einfaches Stolpern kann bei Senioren bereits ausreichen, um eine Schenkelhalsfraktur zu verursachen. Oberschenkelhalsbrüche treten bei Frauen häufiger auf als bei Männern. Frakturen im Bereich des Oberschenkelhalses kommen auch bei jüngeren Menschen vor. Bei jüngeren Patienten liegt diesem allerdings zumeist ein größeres Trauma wie ein Autounfall zugrunde.

Zu den typischen Symptomen eines Oberschenkelhalsbruches gehören starke Schmerzen. Es treten Rotations- und Stauchungsschmerzen in der Hüfte und der Leiste auf. Bewegt der Arzt das Hüftgelenk, dann werden die Schmerzen stärker. Der Betroffene kann das Bein nicht mehr aktiv bewegen. Als Begleitverletzungen können Prellungen vorhanden sein. Blutergüsse zeigen sich oft erst nach einigen Tagen durch Hautverfärbungen meist am inneren Oberschenkel.

Für den Arzt sind Schenkelhalsfrakturen auch an Anzeichen wie einem verkürzten Bein und einer Außenrotation des betroffenen Beins zu erkennen. Handelt es sich um einen stabilen, lediglich eingestauchten Bruch im Bereich des Oberschenkelhalses, können die Symptome sehr milde ausfallen und der Bruch wird möglicherweise erst nach mehreren Tagen als Quelle zunehmender Schmerzen entdeckt.

Die Therapie eines Oberschenkelhalsbruches hängt von verschiedenen Faktoren ab. In den meisten Fällen muss ein Oberschenkelhalsbruch im Rahmen einer Hüft-OP operiert werden. Nur in wenigen Fällen ist eine konservative ohne Operation Behandlung möglich. So können beispielsweise stabile, lediglich eingestauchte Frakturen des Oberschenkelhalses konservativ behandelt werden. Soll der Hüftkopf erhalten werden ist es wichtig, dass der Arzt die operative Stabilisierung innerhalb von 24 Stunden vornimmt. Sonst kann durch die gestörte Durchblutung der Hüftkopf absterben, was man Hüftkopfnekrose nennt. Häufig haben ältere Personen im Anschluss an einen Oberschenkelhalsbruch Einschränkungen in der Beweglichkeit und benötigen Hilfe im Alltag. Um weitere Probleme und den Verlust von Muskelmasse zu vermeiden, hat der Arzt das Ziel, dass der Patient das betroffene Bein so schnell wie möglich wieder einsetzen kann. Durch die Verwendung von belastungsstabilen Implantaten kann eine rasche Mobilisierung erfolgen.

 

Konservative vs. operative Behandlung einer Schenkelhalsfraktur

Handelt es sich um eine stabile Schenkelhalsfraktur und klagt der Betroffene nur über geringe Schmerzen, wird der Arzt das betroffene Bein entlasten und Schmerzmittel verordnen. Krankengymnastik hilft dabei, die Beweglichkeit des Beines wiederherzustellen. Eine konservative Behandlung ist in den meisten Fällen jedoch nicht möglich. Die Behandlung erfolgt dann durch eine Operation. Der Arzt wählt je nach Ausgangslage zwischen unterschiedlichen Operationsmethoden.

 

OP: Hüftkopferhaltende und hüftkopfersetzende Maßnahmen

Mediziner unterscheiden zwischen operativen Verfahren, bei denen der Hüftkopf erhalten bleibt, und solchen, bei denen der Hüftkopf ersetzt wird. Für welche Methode sich der Arzt entscheidet, hängt unter anderem von Faktoren wie der Form des Bruches, dem Alter und dem Allgemeinzustand des Patienten ab. Für hüftkopferhaltende Maßnahmen eignen sich eher jüngere, mobile Patienten. Der Operateur positioniert die Bruchstücke des Knochens während der Operation wieder richtig und fixiert sie durch Schrauben, Platten und andere Hilfsmittel. Dieses Verfahren wählt der Arzt nur, wenn er von einer ausreichenden Durchblutung des Knochens und einer damit verbundenen schnellen Heilung ausgehen kann. Sind ältere Patienten von einem Oberschenkelhalsbruch betroffen, wird der behandelnde Arzt häufig zu einer hüftkopfersetzenden OP raten. Bei der hüftkopfersetzenden Operation wird eine Endoprothese, ein künstlicher Gelenkersatz, eingesetzt. Die künstliche Prothese ersetzt den Oberschenkelkopf und bei Bedarf auch die Gelenkpfanne. Werden Oberschenkelkopf und Gelenkpfanne durch eine Prothese ausgetauscht, spricht man von einem künstlichen Hüftgelenk oder auch einer Totalendoprothese.

 

Vorteile eines künstlichen Hüftgelenks

Im Gegensatz zur hüftkopferhaltenden OP ist der Patient mit einem künstlichen Hüftgelenk schneller wieder mobil. Betroffene können bereits wenige Tage nach dem Einsetzen des künstlichen Hüftgelenks mit Krankengymnastik beginnen. Künstliche Hüftgelenke kommen nicht nur bei einem Oberschenkelhalsbruch, sondern auch bei einem Verschleiß des Hüftgelenks zum Einsatz.

Bei stabilen Knochenverhältnissen wird nach der Akutbehandlung eine Rehabilitation durchgeführt. Betroffene können sich im Passauer Wolf Bad Gögging oder Ingolstadt gut aufgehoben wissen. In der Reha werden Beweglichkeit und Kraft trainiert sowie ein sicheres Gangbild eingeübt. Schmerzen werden entsprechend behandelt. Besonders wichtig ist das Trainieren von Aktivitäten des täglichen Lebens. Dabei lernt der Patient sich trotz der aktuellen Einschränkungen wieder selbst zu versorgen. Tätigkeiten, die zeitweilig problematisch sind, werden durch Hilfsmittel wie Strumpfanzieher, Greifzange und ähnlichem erleichtert. Besonders bei Senioren soll eine andauernde Pflegebedürftigkeit vermieden werden. Im Team der Rehabilitation sind neben Ärzten wie Unfallchirurgen, Reha-Medizinern und Geriatern auch Pflegekräfte, Physiotherapeuten und andere medizinisch tätige Personen beteiligt. Senioren müssen nach einem Oberschenkelhalsbruch intensiv betreut werden und die richtige Behandlung erhalten, um wieder zu ihrer früheren Mobilität und Selbstständigkeit zurückzufinden. Die Heilungsdauer nach einer Oberschenkelhalsfraktur hängt von Faktoren wie dem Alter und der Art des Bruches ab.

Durch einfache Maßnahmen können Sie dem Risiko, durch Sturz einen Oberschenkelhalsbruch zu erleiden vorbeugen.

  • Lassen Sie Grunderkrankungen wie Fehlsichtigkeit, Herzerkrankungen und Diabetes möglichst frühzeitig behandeln, um Stürze als Folge dieser Erkrankungen zu vermeiden.
  • Mit einer kalziumreichen Ernährung und regelmäßiger Bewegung können Sie einer Osteoporose entgegenwirken und werden weniger anfällig für Knochenbrüche.
  • In der Winterzeit kann auch bei Gesunden die Gabe von Vitamin D sinnvoll sein, auf jeden Fall jedoch bei einer nachgewiesenen Osteoporose.
  • Vor allem bei Frauen in den Wechseljahren sollte durch eine Knochendichtemessung die Knochensubstanz beurteilt werden, um eine Osteoporose frühzeitig behandeln zu können.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, was Sie für stabile Knochen tun können.

Das Becken übernimmt in unserem Körper zwei wesentliche Funktionen: Es stützt die Eingeweide und verbindet die Wirbelsäule mit den Beinen. Konkret handelt es sich um einen Beckenring, der aus mehreren Knochen besteht. Ein Bruch kann an verschiedenen Stellen dieses Rings auftreten oder die Hüftpfanne betreffen.

Mediziner unterscheiden drei Formen des Beckenbruchs:

  • Bei einem Beckenbruch vom Typ A liegt eine isolierte Fraktur am vorderen Beckenring oder am Beckenrand vor. Da der Beckenring vollständig erhalten bleibt, spricht der Experte auch von einem stabilen Beckenbruch.
  • Bei einer instabilen Fraktur (Beckenfraktur vom Typ B) zeigt das Röntgenbild einen kompletten Bruch. Das Becken ist vertikal gesehen zwar stabil, jedoch rotatorisch instabil: Die Beckenschaufeln, die eigentlich unbeweglich sind, lassen sich nach außen aufklappen. Es kommt zum Stabilitätsverlust, und auch schwere innere Blutungen sind möglich.
  • Noch gravierender ist ein Beckenbruch vom Typ C, denn hier ist das Becken sowohl vertikal als auch rotatorisch instabil.

Ältere Menschen ab 70 sind besonders gefährdet, einen Beckenbruch zu erleiden – insbesondere dann, wenn sie an Osteoporose leiden. Bei Osteoporose nimmt die Knochendichte immer weiter ab, sodass die Knochen bereits bei geringen Krafteinwirkungen brechen können. Auch Personen, die eine Sportart mit hohem Unfall- und Verletzungsrisiko betreiben, sind überdurchschnittlich häufig von Beckenverletzungen betroffen.

Ein Beckenbruch geht mit starken Schmerzen und Schwellungen einher. Handelt es sich um eine stabile Beckenfraktur, sind die Beschwerden jedoch weniger stark ausgeprägt. Die abhängigen Körperpartien (also etwa die Hoden, die Schamlippen oder der Damm) weisen eventuell Blutergüsse auf. Bei einem instabilen Beckenbruch lassen sich zudem die Beckenknochen gegeneinander verschieben, und in manchen Fällen sind sogar die Beine unterschiedlich lang. Im Extremfall klappt das Becken wie ein Buch auf (Open-Book-Phänomen). Gehen ist den Betroffenen dann nicht mehr möglich.

Die Therapie eines Beckenbruchs ist von der Schwere der Verletzung sowie vom Zustand des Patienten abhängig. Bei einem leichten, stabilen Bruch des Typs A ist eine konservative Therapie in der Regel ausreichend. Diese besteht aus Bettruhe, der Gabe von Schmerzmitteln und – nach einer Schonzeit von einigen Tagen – aus Physiotherapie und Mobilitätsübungen. Bei einem Beckenbruch von Typ B oder C ist fast immer eine Operation erforderlich – bei einer komplexen Fraktur mit großen Blutverlust eventuell sogar ein Aufenthalt auf der Intensivstation. 

Nach einem Beckenbruch ist eine orthopädische Reha unverzichtbar, denn sie hilft, Fehlhaltungen und Fehlbelastungen zu vermeiden. Patienten erhalten so außerdem die Möglichkeit, wichtige Muskelgruppen unter professioneller Anleitung zu stärken und so den dauerhaften Heilungserfolg zu sichern. Im Passauer Wolf Bad Griesbach, Bad Gögging und Ingolstadt stehen unsere Experten mit multiprofessionellen Teams Betroffenen zur Seite. Die Reha sollte so schnell wie möglich beginnen, denn je eher der Patient sich wieder richtig bewegen kann, umso besser. Bereits im Krankenbett werden leichte physiotherapeutische Maßnahmen durchgeführt, gefolgt von ersten Gehversuchen mit dem Gehwagen und Unterarmstützen. Gehhilfen kommen so lange zum Einsatz, bis die Frakturen gut verheilt sind. Allerdings sollte der Patient sie auch nicht zu lange verwenden, um Fehlhaltungen zu vermeiden. Ab der achten Woche wird – ebenfalls unter Anleitung – leichtes Krafttraining absolviert.

 

Die Rehabilitationsmaßnahme findet je nach Ausmaß der Verletzungen ambulant oder stationär in einer Reha-Klinik statt. In jedem Fall nimmt die Maßnahme mehrere Wochen in Anspruch. 

Bei der Sprunggelenksfraktur handelt es sich um den Bruch des oberen Sprunggelenks. Aus diesem Grund wird sie in der Praxis häufig auch als OSG-Fraktur bezeichnet. Obwohl grundsätzlich sowohl der Außen- als auch Innenknöchel oder auch weitere an das Gelenk angrenzende Teile des Schienbeinknochens betroffen sein können, liegt am häufigsten ein Bruch des Außenknöchels vor. Dabei werden meist auch die umliegenden Bandstrukturen mitverletzt. Diese Verletzung zählt zu den fünf häufigsten Frakturen beim Menschen und tritt insbesondere bei Ballsportarten regelmäßig auf.

 

Das Sprunggelenk besteht aus dem Sprungbein, dem Schienbein und dem Wadenbein. Diese bilden gemeinsam die Sprunggelenksgabel und werden dabei von mehreren Muskelbändern zusammengehalten. Zusätzlich verbindet eine als Syndesmose bezeichnete derbe Bandstruktur das sprunggelenksnahe Schien- und Wadenbein auf der Vorder- und Rückseite und stabilisiert die Sprunggelenksgabel. Abhängig vom Ort des Knochenbruchs wird die Sprunggelenksfraktur in die drei Typen nach Weber in A, B und C unterteilt. Bei einer A-Fraktur liegt die Verletzung unterhalb der Syndesmose vor, während sie bei B-Frakturen auf gleicher Höhe und bei C-Frakturen oberhalb der Syndesmose entsteht.

Eine Sprunggelenksfraktur geht regelhaft mit heftigen Schmerzen einher. Aufgrund des Knochenbruchs kommt es an den betroffenen Stellen zu einer starken Schwellung, die die Bewegungsfreiheit des Fußes stark einschränkt. Der Betroffene kann das Gelenk nicht mehr belasten, sodass das Gehen nicht oder kaum noch möglich ist. In Abhängigkeit der Lokalisation der Verletzung bzw. der Verletzungsschwere kann auch eine sichtbare Fehlstellung des Gelenkes/des Fußes vorliegen. Darüber hinaus zeigt sich schnell ein großflächiger Bluterguss um den Außen- und Innenknöchel. In den meisten Fällen sind zusätzlich die Bänder betroffen und es kommt zu einer allgemeinen Instabilität des gesamten Gelenks. Neben dem vollständigen Funktionsausfall kann es bei direkter oder indirekter Mitbeteiligung von Nerven (z.B. durch Druck durch einen Bluterguss) auch zu Gefühlsstörungen kommen. Betroffene beklagen dann ein durchgängiges Gefühl der Taubheit oder ein ständiges Kribbeln im Fuß.

Die Therapie einer Sprunggelenksfraktur beginnt in der Regel am Unfallort selbst. Dort gilt es bei einer Fehlstellung des Gelenkes die Normalstellung des Fußes schnellstmöglich wiederherzustellen. Dies geschieht durch das mechanische Ziehen des Fußes in Körperachse und Rückführung des fehlgestellten Gelenkes in die anatomisch korrekte Position (sog. Reposition). Auf diese Weise wird verhindert, dass Nerven und Gefäße durch den gebrochenen Knochen geschädigt werden. Aufgrund der üblicherweise mit einhergehenden starken Schmerzen geben Ersthelfer meist auch schmerzlindernde Medikamente. Das Bein wird in einer Schiene fixiert.

 

In den meisten Fällen ist es bei nicht wesentlich verschobenen Außenknöchelfrakturen des Typs Weber C ausreichend den Fuß bzw. Unterschenkel während des gesamten Heilungsprozesses lediglich zu schienen und ruhigzustellen. Dies ist im Gips oder Kunsstoff-Spezial-Stiefel möglich. Wenn zusätzliche Belastungen vermieden werden, entstehen keine Folgeschäden durch die Verletzung. Bei Verletzungen des Innenknöchels, verschobenen Brüchen oder Mitbeteiligung des sprunggelenknahen Anteils des Schienbeinknochens oder erheblicher Verletzung von Bandstrukturen mit Instabilität des Gelenkes ist jedoch in der Regel ein operativer Eingriff erforderlich. Dabei müssen die kleinen Bruchstücke mit Schrauben und/oder Drähten fixiert werden. Nach der erfolgreichen Operation ist oftmals eine Rehamaßnahme erforderlich, da unter Rehabedingungen mit Möglichkeit einer täglichen und über mehrere Wochen dauernden intensiven Beübung die vollständige Funktionsfähigkeit des Fußes wiederhergestellt werden kann. Der Heilverlauf kann je nach betroffener Struktur, Schwere der Verletzung und dem damit zu wählendem Therapieverfahren zwischen 6 Wochen bis zu 6 Monaten betragen.

Während der Reha im Passauer Wolf Bad Gögging oder Ingolstadt halten die Mediziner den Fuß des Patienten mit einem Unterschenkelspaltgips in der richtigen Position. Zusätzlich kommt eine in Rechtwinkelstellung platzierte Schiene zum Einsatz, um der Entstehung eines Spitzfußes vorzubeugen. Den Gips und die Schiene trägt der Patient so lange, bis sämtliche Weichteile abgeschwollen sind und die akute Gefahr einer Zustandsverschlechterung vorüber ist. Erst danach wird in der Reha zur Verwendung eines abnehmbaren Spezialschuhs übergegangen. Kam es jedoch zusätzlich zu schweren Bänderverletzungen, muss der Betroffene weiterhin einen zirkulären Gips tragen.

Erst nach vier bis sechs Wochen ist es möglich, das Bein wieder vorsichtig im schmerzfreien Bereich zu belasten. Bis zur vollständigen Heilung dauert es in der Regel drei bis sechs Monate.

Bei der Sprunggelenksfraktur handelt es sich demnach um eine häufig auftretende Sportverletzung. Obwohl sie starke Schmerzen auslöst und einer schnellen Behandlung bedarf, treten meist keine Folgeschäden auf. Patienten müssen in einigen Fällen einen operativen Eingriff durchführen lassen und eine mehrmonatige Reha-Phase absolvieren. Danach ist die Leistungsfähigkeit des Fußes jedoch vollständig wiederhergestellt.

Die Kniescheibe (Fachbegriff: Patella) verbindet die Quadrizepssehne (das heißt die Sehne des Oberschenkel-Streckmuskels) mit der Patellasehne. Bei Bewegungen gleitet sie auf einer Rinne des Oberschenkelknochens und verhindert so, dass die Quadrizepssehne auf dem Kniegelenk reibt. Eine Patellafraktur entsteht meist durch ein direktes Trauma auf das gebeugte Kniegelenk – also beispielsweise durch einen Sturz oder einen Schlag. Bei einem Kniescheibenbruch muss möglichst rasch eine geeignete Behandlung eingeleitet werden. Die Chancen, dass das Kniegelenk schon bald wieder voll belastbar ist, werden so deutlich erhöht. Vor allem dann, wenn ein operativer Eingriff erforderlich ist, kommt anschließend eine Reha in Betracht, um die Genesung zu beschleunigen und dem Patienten die Rückkehr in den Alltag zu erleichtern.

Betroffene können ihr Kniegelenk nicht mehr selbstständig durchstrecken oder beugen. Lediglich bei leichten Frakturen bleibt die Beuge- und Streckfähigkeit des Knies weitgehend erhalten. Des Weiteren geht eine Kniescheibenfraktur meist mit Schwellungen und starken Schmerzen einher. Auch Hautverletzungen wie beispielsweise Abschürfungen und Prellungen sind nicht selten. Da die Kniescheibe unmittelbar unter der Haut liegt, kommt es zudem häufig zu offenen Frakturen, bei der Knochenteile durch die Haut nach außen treten.

Die Therapie des Kniescheibenbruchs hängt vor allem von Art und Ausmaß der Fraktur ab. Bei einer unverschobenen Längsfraktur genügt in der Regel eine konservative Therapie, bestehend aus Ruhigstellung mithilfe einer Schiene und der Gabe von Schmerzmitteln. Die Ausheilung in einer Schiene nimmt etwa sechs Wochen in Anspruch. Während dieser Zeit darf das Gelenk nur geringfügig belastet werden, sodass der Patient auf Unterarmstützen angewiesen ist. Begleitend kommt Physiotherapie zum Einsatz.

Ist die Kniescheibe in mehrere Teile gebrochen, ist die Fraktur verschoben oder handelt es sich um einen offenen Bruch, ist eine Operation erforderlich, um die Patella anatomisch zu rekonstruieren. Bei einem schweren Trümmerbruch kann es auch erforderlich sein, die Kniescheibe vollständig zu entfernen und durch ein Implantat zu ersetzen. Liegt nur eine leichte Verschiebung vor, erfolgt der Eingriff minimal-invasiv mittels einer Arthroskopie (Gelenkspiegelung). In allen anderen Fällen werden die Bruchstücke nach einem Längsschnitt mithilfe von Schrauben und Drähten fixiert. Nach der vollständigen Abheilung müssen diese Hilfsmittel in einer zweiten OP wieder entfernt werden.

Nach einem Kniescheibenbruch dürfen die Betroffenen einige Wochen bis hin zu mehreren Monaten keinen Sport treiben. Unmittelbar nach der Verletzung beziehungsweise nach der OP wird das Knie ohnehin für einen längeren Zeitraum ruhiggestellt. Zwar ordnet der Arzt in der Regel frühzeitig Physiotherapie und spezielle Bewegungsübungen an, mit deren Hilfe die Beweglichkeit des Gelenks Schritt für Schritt verbessert wird – eine vollständige Belastung der Kniescheibe erfolgt jedoch frühestens nach sechs Wochen und nur in Absprache mit dem Arzt. Wann der Patient wieder sportlich aktiv werden darf, hängt auch von der Art der Sportart ab. So ist das Risiko für die Kniescheibe beim Inlineskaten beispielsweise wesentlich höher als beim Schwimmen.

Grundsätzlich ist es möglich, nach einem Kniescheibenbruch eine orthopädische Reha zu beantragen. Ob die Reha-Kosten von der Krankenkasse oder von der Rentenversicherung übernommen werden, hängt jedoch vom Ausmaß der Verletzung ab. Drohen berufliche Einschränkungen wird die Reha-Maßnahme in der Regel anstandslos genehmigt. Meistens müssen jedoch erst sämtliche zur Verfügung stehenden ambulanten Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft werden, bevor eine stationäre Reha infrage kommt.

Die Reha nach einer Patellafraktur nimmt meist drei bis vier Wochen in Anspruch. Nach einer ausführlichen Untersuchung erstellt das Ärzte-Team des Passauer Wolf in Bad Gögging oder Ingolstadt einen individuellen Therapieplan, der dem Patienten den Wiedereinstieg in das berufliche oder soziale Leben erleichtern soll. Er kann aus folgenden Bausteinen bestehen:

  • Physiotherapie
  • Schmerzbehandlung
  • Verbesserung der Streck- und Beugefähigkeit des Kniegelenks
  • Lymphdrainagen, Massagen
  • Gangschule
  • Bewegungsbäder
  • Muskelaufbautraining

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