COVID-19-Infektionen können tödlich sein, aber sicher nicht die Rehabilitation

(veröffentlicht am 16.01.2021)

Am 16.01.2021 hat die Passauer Neue Presse einen Bericht über zwei Personen veröffentlicht, deren Angehörige in Folge einer Covid-19 Erkrankung im November 2020 in ihren Heimatkrankenhäusern verstorben sind. Die beiden Verstorbenen haben vor ihrer Verlegung in das Akutkrankenhaus eine Rehabilitationsmaßnahme im Passauer Wolf Bad Griesbach durchgeführt. Auch wenn es in Reha-Kliniken, die regelhaft schwer betroffene Menschen betreuen, leider immer wieder aber unvermeidlich zu Todesfällen kommt – nicht nur in Pandemiezeiten – trifft uns jedes einzelne Schicksal und die Angehörigen haben unser Mitgefühl.

Es ist dennoch immer wieder in Erinnerung zu rufen, dass die Corona-Pandemie gerade für Krankenhäuser und Reha-Kliniken bei den derzeit extrem hohen Inzidenzwerten in Niederbayern eine große Herausforderung darstellt. Der regelhafte Betrieb ist aufgrund von Hygiene- und Schutzmaßnahmen sehr erschwert worden und dennoch ist die Betreuung in unseren Gesundheitseinrichtungen »relativ sicher«. Seit Beginn der zweiten Pandemiewelle ab Oktober 2020, insbesondere seit Ausrufung des Katastrophenfalls ab 09.12.2020, richten sich bei uns alle Kräfte daraufhin aus, in diesem exponentiellen Infektionsgeschehen größtmögliche Sicherheit zu bieten. Dafür haben wir besondere Hygiene- und Schutzkonzepte etabliert, wobei allen bewusst sein muss, dass es in der Corona-Pandemie keine 100%ige Sicherheit gibt. Dass die Arbeit insgesamt sehr anstrengend und nervenaufreibend geworden ist und insbesondere unsere Mitarbeitenden in patientennahen Tätigkeiten extrem gefordert sind, ist zwar in o.a. Artikel erwähnt, leider jedoch sehr verkürzt und nicht in diesem Zusammenhang.

Wir wissen, dass nicht nur unsere Gäste, sondern auch ihre Angehörigen unter den Kontaktbeschränkungen und Besuchsverboten leiden. Uns allen fehlen der zwischenmenschliche Kontakt und die Rückversicherung bzw. der persönliche Eindruck vor Ort, dass alles Erforderliche getan wird. Sofern während einer Rehabilitationsmaßnahme Komplikationen auftreten, die ausschließlich in einem Akutkrankenhaus behandelt werden können, wird eine Verlegung eingeleitet. Für eine Verlegung von der Rehabilitation in ein Akutkrankenhaus sind eine Reihe an medizinischen Parametern ausschlaggebend und in der Pandemie ist die Auslastung der Akutkrankenhäuser ein zusätzlicher Parameter. COVID-ähnliche Symptome alleine entscheiden nicht über eine Verlegung. Zudem stellt eine Verlegung immer ein zusätzliches Infektionsrisiko dar, das man ausschließen möchte.

Wir setzen innerhalb des Unternehmens auf eine offene Kommunikation – auch zu allen Infektionslagen. Es kann immer wieder zu Covid-Infektionen kommen, denen durch entsprechende Maßnahmen in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt begegnet wird. Dazu gehören auch Quarantänemaßnahmen bei Patienten und Mitarbeitern, um die Infektionslage im Griff halten und Gefährdungen minimieren zu können. Für Angehörige haben wir dabei ein offenes Ohr. Wir halten daher für die Kontaktaufnahme und konstruktive Gespräche alle gängigen Optionen der Erreichbarkeit bereit, die Angehörige in Anspruch nehmen können, und das 24 Stunden, 7 Tage die Woche, einschließlich digitaler Angebote. So werden Skype-Telefonate angeboten und aktuelle Informationen auf unserer Website geben Einblick in verschiedene Leistungsbereiche. Unsere Mitarbeiter sind hochmotiviert und leisten aktuell Herausragendes. Ungerechtfertigte Kritik können wir daher nicht gutheißen und erwarten auch von Patienten und Angehörigen etwas Verständnis für die besonderen Herausforderungen, die unsere Mitarbeiter in der Pandemielage zu bewältigen haben.

Leider wird in der aktuellen Berichterstattung der PNP durch eine reißerische Überschrift sowie eine Aneinanderreihung von Behauptungen und Empfindungen der Eindruck erweckt, dass die beiden Verstorbenen nicht ausreichend betreut worden wären und die Verlegung in ein Akutkrankenhaus zu spät erfolgt sei. Dies ist nicht der Fall! Es ist bekannt, dass aus Datenschutzgründen Erwiderungen nicht möglich sind und zudem evtl. eine unnötige emotionale Eskalation provozieren würden. Daran ist uns auch aus Respekt vor der Trauer nicht gelegen, weshalb persönliche Gespräche zielführender sind.

Wir versichern allen unseren Patienten und Gästen sowie deren Angehörigen, dass der Passauer Wolf Bad Griesbach in diesen herausfordernden Zeiten alle Anstrengungen unternimmt, um seine Patienten in einem sicheren Umfeld zu betreuen und deren Rehabilitationserfolg abzusichern.

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