Der Passauer Wolf Bad Gögging stellt erneut Kapazitäten bereit, um Akutkrankenhäuser zu entlasten

(veröffentlicht am 21.12.2020)

Der Passauer Wolf Bad Gögging hat auf Veranlassung des Ärztlichen Leiters Krankenhauskoordinierung die Anordnung des Landratsamts Kelheim erhalten, die vorsieht, Patienten aus Akutkrankenhäusern aufzunehmen. Diese sind zwar nicht mehr akutbehandlungsbedürftig, können jedoch aufgrund einer weiterhin bestehenden COVID-19-Infektion noch nicht in ihr privates Umfeld entlassen werden.

Betten werden freigehalten

Am 09.12.2020 wurde der bayernweite Katastrophenfall festgestellt. Mit Bezug auf die Allgemeinverfügung zur Bewältigung erheblicher Patientenzahlen in Krankenhäusern wird der Passauer Wolf Bad Gögging dazu verpflichtet, Bettenkapazitäten zur Versorgung von COVID-19-Patienten in einer separierten Station bereitzuhalten. Seit 19.12.2020 werden erste Patienten aus den Akutkrankenhäusern in den Passauer Wolf
Bad Gögging verlegt. Für den Passauer Wolf galt es, sich kurzfristig auf die neue Situation einzustellen. Hans-Martin Linn, Geschäftsleiter des Passauer Wolf Bad Gögging, hat in den letzten Tagen mit einem  Projektteam die Betten in einer abgetrennten Station der Passauer Wolf Hotelklinik Bad Gögging bereitgestellt. »Hier konnten wir kurzfristig sichere Strukturenschaffen. Im Rahmen einer ersten Begehung des Hauses mit dem Ärztlichen Leiter des Katastrophenschutzes im Landkreis Kelheim wurde vereinbart, dass zunächst 41 Zimmer bereitgestellt werden, um die Akutkrankenhäuser zu entlasten und damit auch während der zweiten Pandemiewelle zu unterstützen«, so der Geschäftsleiter. Konsequent getrennte Teams werden die Behandlung der Patienten übernehmen - eine ergänzende Sicherheitsmaßnahme innerhalb des Hauses. Mitarbeiter aus den Bereichen Pflegedienst und Medizin haben ihren Urlaub abgebrochen, um die personellen Erfordernisse in der Aufbauphase der Station stabil abzusichern.

Besichtigung der neu eröffneten COVID-Station in der Passauer Wolf Hotelklinik Bad Gögging

Am 20.12.2020 trafen sich Jürgen Königer, Ärztlicher Leiter Krankenhauskoordinierung des Rettungsdienstbereichs Landshut, Prof. Dr. Michael Reng, Ärztlicher Koordinator für den Katastrophenschutz im Landkreis Kelheim, Landrat Martin Neumeyer sowie - als Vertreter des Passauer Wolf - die Pandemiebeauftragte und Leitende Ärztin der Inneren Medizin Frau Dr. Dagmar Meinung und Geschäftsleiter Hans-Martin Linn vor Ort, um das weitere Vorgehen in den kommenden Wochen abzustimmen. Die Beteiligten waren begeistert, wie der Passauer Wolf in kürzester Zeit mit großer personeller Anstrengung die Infrastruktur für diese Station errichtet hat und »just in time« in Betrieb gehen konnte. »Die Unterstützung durch den Passauer Wolf Bad Gögging ist dringend erforderlich, nachdem die freien Bettenkapazitäten in den Akutkliniken dramatisch abnehmen. Die Lage hat sich zugespitzt und wird bis ins Frühjahr äußerst angespannt bleiben«, so Jürgen Königer. »Ich bin sehr froh, wieder auf den Passauer Wolf zählen zu können, der bereits in der ersten Welle der Pandemie zuverlässig unterstützt hat.« Landrat Martin Neumeyer dankt den Unterstützern und richtet seinen Appell an die Bevölkerung, die Lage auf keinen Fall zu unterschätzen und insbesondere die kommenden Feiertage in großer Verantwortung für sich und die geliebten Menschen zu verbringen. »Nicht alles, was erlaubt ist, ist auch vernünftig« so der Landrat. Prof. Dr. Reng ergänzt: »Auch wenn wir stabile regionale Versorgungsstrukturen vorhalten, entscheiden die kommenden Wochen darüber, ob die Situation eskalieren oder beherrschbar bleiben wird.«

Behandlungskapazitäten in der Region werden stabilisiert

Die erhebliche Zunahme der Zahl an COVID-19 erkrankter Personen sowie die gemeldeten freien Kapazitäten in Bezug auf Intensivbetten und Intensivüberwachungsbetten innerhalb des Rettungsdienstbereichs Landshut führten letztlich dazu, dass ergänzend eine COVID-Station in der Passauer Wolf Hotelklinik Bad Gögging eingerichtet wurde. Bereits während der ersten Welle hatte man im Passauer Wolf Bad Gögging die Weiterbehandlung von an COVID-19-Erkrankten in eigens eingerichteten Isolierstationen im vorübergehenden Hilfskrankenhaus-Modus vorgenommen. Nun kommt dem Passauer Wolf Bad Gögging erneut eine Doppelrolle zu. Ergänzend zum Betrieb der COVID-Station wird der primäre Versorgungsauftrag mit der Behandlung von mehr als 160 schwer betroffenen vulnerablen Reha-Patienten erfüllt. Das trägt wesentlich zur Entlastung der Akut-Krankenhäuser in der aktuell schwierigen Lage bei. Das Infektionsschutzkonzept im Passauer Wolf sorgt auch in der neuen Zusatzolle für den Schutz der Patienten. »Unser Infektionsschutzkonzept lässt sich über Eskalationsstufen dynamisch an die Infektionslage anpassen. Das kommt uns jetzt zugute, ebenso wie unsere Erfahrung aus dem Frühjahr«, so Dr. med. Dagmar Meinung, die auch den erneuten Einsatz koordiniert und leitet. 

Auf dem Bild zu sehen: 

vorne v. l. n. r.: Hans-Martin Linn, Geschäftsleiter des Passauer Wolf Bad Gögging; Dr. Dagmar Meinung, Pandemiebeauftragte und Leitende Ärztin der Inneren Medizin im Passauer Wolf Bad Gögging
hinten v. l. n. r.: Landrat des Landkreises Kelheim Martin Neumeyer; Jürgen Königer, Ärztlicher Leiter Krankenhauskoordinierung des Rettungsdienstbereichs Landshut; Prof. Dr. Michael Reng, Chefarzt der Goldbergklinik Kelheim und Ärztlicher Koordinator für den Katastrophenschutz im Landkreis Kelheim

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