Der Passauer Wolf Bad Gögging übernimmt COVID-19-Patienten überlasteter Kliniken aus dem Landkreis Passau

(veröffentlicht am 29.12.2020)

Seit 19.12.2020 können Patienten aus umliegenden Krankenhäusern, deren Akutbehandlung abgeschlossen ist, in den Passauer Wolf Bad Gögging verlegt werden. Das gilt für Patienten, die aufgrund einer COVID-19-Infektion oder aufgrund von Quarantäne, Aufnahmestopp und Personalüberlastung nicht in Alten- und Pflegeheime oder in das häusliche Umfeld entlassen werden können. Erstmals wurden nun auch überregional Patienten aufgenommen.

 

Überregionale Kooperation

Die Lage im Landkreis Passau ist ernst. Das Infektionsgeschehen ist nach wie vor auf einem hohen Niveau. Sowohl in Akutkrankenhäusern wie auch in Reha-Kliniken sind die Aufnahmekapazitäten begrenzt, da Pflegekräfte und Ärzte fehlen. Ein Teil der im Passauer Wolf Bad Gögging geschaffenen Kapazitäten musste dem Ärztlichen Leiter der Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) im Raum Passau, Dr. Andreas Baumann, nun überregional zur Verfügung gestellt werden. Reihentestungen in Kliniken im Landkreis Passau während der Weihnachtstage haben zu zahlreichen positiven Ergebnissen unter Patienten und Mitarbeitern bis hin zu Aufnahmestopps geführt und die überregionale Verlegung erforderlich gemacht. Auf die Kapazitäten der neu geschaffenen Station im Passauer Wolf Bad Gögging greifen ansonsten Akutkrankenhäuser aus den Landkreisen Kelheim, Landshut und Dingolfing-Landau zu.

 

Weiterhin Kapazitäten verfügbar

»Trotz der überregionalen Kooperation haben wir weiterhin begrenzt Kapazitäten, die wir nach Absprache zur Entlastung der regionalen Akutkrankenhäuser zur Verfügung stellen können«, so Dr. med. Dagmar Meinung, Leitende Ärztin der Inneren Medizin und Pandemiebeauftragte im Passauer Wolf Bad Gögging. Getrennte Teams übernehmen die Behandlung der Patienten im Haus - eine notwendige Sicherheitsmaßnahme. Dies strapaziert vor allem das Personal im Passauer Wolf Bad Gögging enorm, so dass Unterstützung durch den Katastrophenschutz in Vorbereitung ist. Geschäftsleiter Hans-Martin Linn verweist auf den ursprünglichen Versorgungsauftrag der Rehabilitation, welcher ebenfalls – ergänzend zur Station für COVID-Patienten - ein wichtiger Entlastungsfaktor für die Akutkrankenhäuser in der Region darstellt. »Wir versorgen in der Fachklinik und im Reha-Zentrum bisher erfolgreich mit unserem Konzept für maximale Sicherheit und Hygiene ständig mehr als 150 schwer betroffene geriatrische und neurologische Patienten. Diese müssen ebenfalls hochfrequent medizinisch und pflegerisch betreut werden«, so der Geschäftsleiter. Eine vergleichbare Situation ergibt sich im Passauer Wolf Bad Griesbach. Auch hier unternimmt man alle Anstrengungen für eine sichere Rehabilitation von hochvulnerablen Patienten, die aus den Akutkrankenhäusern abverlegt werden. »Eine eigene COVID-Station ist im Passauer Wolf Bad Griesbach derzeit allerdings nicht geplant, da vor allem die sichere Abschottung der neurologischen Frührehabilitationsabteilung einen unverhältnismäßig großen Eingriff in die Klinikstrukturen erfordern würde«, so der Ärztliche Direktor und Chefarzt der Neurologie und Geriatrie im Passauer Wolf Bad Griesbach, Dr. med. Oliver Meier.

 

Auf dem Bild zu sehen: 

Dr. med. Dagmar Meinung, Pandemiebeauftragte und Leitende Ärztin der Inneren Medizin im Passauer Wolf Bad Gögging

 

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