Wie läuft die Reha nach einem Schlaganfall ab?
Eine neurologische Rehabilitation nach einem Schlaganfall orientiert sich immer am individuellen Gesundheitszustand des Patienten. Deshalb gibt es keinen starren Ablauf, sondern einen Behandlungsplan, der regelmäßig angepasst wird. Zu Beginn der Rehabilitation verschaffen sich Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten ein genaues Bild vom Gesundheitszustand des Patienten – beispielsweise von Beweglichkeit, Sprache, Gedächtnis und Selbstständigkeit. Auf dieser Grundlage erstellt unser multiprofessionelles Team einen individuellen Therapieplan, der sich an den vorhandenen Einschränkungen und persönlichen Rehabilitationszielen orientiert. »Jeder Schlaganfall verläuft anders – deshalb gibt es auch keinen Standardweg zurück in den Alltag«, erklärt Dr. med. Oliver Meier, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Neurologie im Passauer Wolf Bad Griesbach. »Entscheidend ist, die Rehabilitation frühzeitig zu beginnen und die Therapie individuell auf die Fähigkeiten und Ziele jedes einzelnen Patienten abzustimmen.«
Welche Therapien kommen zum Einsatz?
Während der Reha arbeiten Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten eng zusammen und stimmen ihre Maßnahmen kontinuierlich miteinander ab. Je nach Einschränkungen kommen unter anderem folgende Therapien zum Einsatz:
- Physiotherapie: Beweglichkeit, Gleichgewicht und Mobilität verbessern
- Ergotherapie: alltägliche Fähigkeiten wie Anziehen, Essen oder Schreiben trainieren
- Logopädie: bei Sprach-, Sprech- oder Schluckstörungen
- Neuropsychologie und Psychologie: Behandlung von Konzentrations- oder Gedächtnisproblemen, bei emotionalen Belastungen sowie ganzheitliche psychologische Begleitung
- Physikalische Therapien: Heilungsprozess unterstützen
Auch die pflegerische Betreuung ist ein wichtiger Bestandteil der Rehabilitation. Besonders in der neurologischen Frührehabilitation reicht sie von der Intensivpflege über aktivierende Pflege bis hin zum Wundmanagement und der basalen Stimulation.
Die Phasen der Schlaganfall-Rehabilitation
Die neurologische Rehabilitation ist in verschiedene Phasen unterteilt. Welche Phase für einen Patienten geeignet ist, richtet sich nach dem individuellen Unterstützungsbedarf. Mit zunehmender Selbstständigkeit wechseln Patienten schrittweise in die nächste Phase. Bei schnellen Fortschritten können einzelne Phasen sogar übersprungen werden.
- Phase B – Neurologische Frührehabilitation: Die Frührehabilitation richtet sich an Patienten, die noch intensiv medizinisch betreut werden müssen. Neben der Überwachung lebenswichtiger Funktionen und der intensiven medikamentösen Behandlung beginnen bereits die ersten therapeutischen Maßnahmen. Im Passauer Wolf wird die neurologische Frührehabilitation in Bad Griesbach und Nittenau angeboten.
- Phase C – Weiterführende Rehabilitation: In Phase C benötigen Patienten bereits weniger Unterstützung im Alltag. Nun stehen die Mobilisierung und die Rückgewinnung von Selbstständigkeit im Mittelpunkt. Therapien werden entwicklungsfördernd fortgeführt, um beispielsweise wieder sicher laufen zu lernen, alltägliche Tätigkeiten selbstständig auszuführen, Sprache und Kommunikation zu verbessern und die Rückkehr in das häusliche Umfeld vorzubereiten. Diese Phase bieten wir an allen vier Standorten an – im Passauer Wolf Bad Griesbach, Nittenau, Bad Gögging und Ingolstadt.
- Phase D – Anschlussrehabilitation: In Phase D liegt der Schwerpunkt auf der weiteren medizinischen Rehabilitation sowie der langfristigen Stabilisierung der erzielten Fortschritte. Ziele sind unter anderem bestehende Einschränkungen weiter zu reduzieren, Fehlhaltungen vorzubeugen, die Selbstständigkeit dauerhaft zu fördern und die Rückkehr in Beruf oder Alltag bestmöglich vorzubereiten. Auch diese Rehabilitationsphase bieten wir an allen vier Standorten an.
Das wichtigste Ziel: Zurück in den Alltag
»Rehabilitation bedeutet nicht nur, verlorene Fähigkeiten wiederzuerlangen. Es geht darum, Patienten Schritt für Schritt zu unterstützen, möglichst selbstständig und mit neuer Zuversicht in ihr gewohntes Leben zurückzufinden«, sagt Dr. med. Oliver Meier. Bei jeder neurologischen Rehabilitation steht ein Ziel im Mittelpunkt: die größtmögliche Selbstständigkeit im Alltag. Da sich die Erholung nach einem Schlaganfall häufig über Monate erstreckt, endet die Unterstützung nicht mit der Entlassung. Bereits während des Aufenthalts wird gemeinsam geplant, welche Therapien oder Nachsorgemaßnahmen anschließend sinnvoll sind.



