Denkanstöße von Anselm Bilgri

Wenn wir lernen uns zu akzeptieren, uns Zeit für Muße nehmen, den Erfolg in kleinen Schritten messen und mit einer heiteren Gelassenheit nach vorn blicken, kommt das Glück oft von ganz allein.

Müßiggang, leerer Terminkalender und "nichts vorhaben" sind Makel in unserer Zeit. Doch durch Krankheiten oder einen Unfall werden wir aus unserem schnellen Alltag in ein zeitloses Paralleluniversum gerissen - statt reger Betriebsamkeit im Beruf und Stress in der Freizeit herrscht Stillstand. Jetzt fordern der Körper und Seele eine Zeit der Ruhe ein, damit sie heilen können. Und gerade das fällt uns besonders schwer, denn in unserer hektischen Gesellschaft ist eigentlich kein Platz für solche Auszeiten - sie werden als pure Zeitverschwendung, Zeichen von Schwäre und einfach nur als lästig empfunden. Dabei können solche aufgezwungene Auszeiten durchaus positiv gesehen werden, wie der Autor Anselm Bilgri in seinen Büchern, Vorträgen und Seminaren deutlich macht. "Wir müssen lernen, Zeit einfach so vergehen zu lassen - un das für eine lange Weile, ohne dabei Langeweile zu empfinden. Nicht alles, was wir tun, muss einem Zweck unterworfen werden."

Die Zeit der gesundheitlichen Rehabilitation ist eine Zeit, die der Mensch nutzen kann, um sich ganz auf sich selbst zu konzentrieren. Endlich einmal nicht nur für andere da sein und sich nicht um andere kümmern. Manche gehen sogar soweit zu sagen, Krankheiten seien der Schrei der Seele nach Aufmerksamkeit. Ob das jeder Patient so sehen kann, muss dem einzelnen überlassen werden. Anselm Bilgri selbst musste miterleben, wie er durch eine Krankheit ausgebremst wurde. Als er in seiner Kaplanszeit zusätzlich als engagierter Seelsorger in München arbeitete, bekam er durch die Dauerbelastung eine Gürtelrose und war gezwungen kürzer zu treten. Selbstverständlich fiel auch ihm es zunächst schwer, der Situation etwas Positives abzugewinnen. Aber es half zu Anfang, den neuen Zustand erst einmal zu akzeptieren. Mehr dazu in der Ausgabe 1/2016.