Am 15.11.2019 haben wir die Eröffnung der neuen Passauer Wolf Fachklinik Bad Gögging gefeiert. Mit der neuen Fachklinik erweitern wir die Kapazitäten am Standort Bad Gögging sowie Niederbayerns Kliniklandschaft um einen modernen und energieeffizienten Neubau. In der Fachklinik finden das neurologische Zentrum für Bewegungsstörungen sowie die geriatrische Fachabteilung und eine interdisziplinäre Komfortstation Raum.
HEALING ARCHITECTURE
1984 konnte Roger S. Ulrich im Rahmen der Studie »View through a window may influence recovery from surgery« nachweisen, dass der Blick in die Natur Einfluss auf den Genesungsprozess hat. Patienten nach einer Gallenblasen-OP wurden dabei in zwei Gruppen unterteilt. Die eine Gruppe blickte von ihrem Zimmer aus auf die Natur, die andere Gruppe blickte auf eine Mauer. Mehrere positive Effekte zeigten sich bei den Patienten, die den freien Blick auf die Natur genossen. So traten nach der Operation weniger Komplikationen auf, sie benötigten weniger Schmerzmittel als die Vergleichsgruppe. Ihr Genesungsprozess ging schneller voran. Die Verweildauer nach der Operation konnte reduziert werden. Viele weitere Studien belegen positive und stressreduzierende Effekte der Natur und die Wirkung einer bewusst gestalteten Umgebung auf die Regeneration von Patienten. Grund genug, die heilsame Wirkung der Natur und viele »Healing Architecture«-Elemente in den Bau der Passauer Wolf Fachklinik Bad Gögging einzubinden. Das Atriumkonzept und ein spezielles Lichtkonzept sorgen dafür, dass viel Licht ins Haus kommt. Die Energie der Sonne wird zeitgleich über die Photovoltaikanlage effizient genutzt. Alle Zimmer sind mit Balkon ausgestattet — Blick ins Grüne inklusive. Funktionsräume gruppieren sich um das Atrium bzw. den Wintergarten. Auch von den breiten Fluren aus kann der Blick immer wieder ins Grüne schweifen. Alle Behandlungsräume befinden sich auf einer Ebene. Zusätzlich erleichtern Farben die Orientierung für Gäste. Auch im Zimmer wurde darauf geachtet, dass man sich leicht zurechtfindet. Farben und Formen tragen dazu bei. Designkomponenten aus der Natur holen ebendiese direkt ins Haus. Feuer lodert im Kamin, hängende Gärten und Olivenbäume lassen einem das Grün entgegenstrahlen, Holzbänke laden zu einer Verschnaufpause ein, die Brunnenanlage zieht Blicke auf sich. Warme, helle Farben und natürliche Materialien lassen schnell ein wohliges Gefühl aufkommen.


FÜR DIE NATUR
Der Neubau ist nach Niedrigenergiestandard mit 55 % zum Referenzwert nach EnEV (KfW 55) gebaut, dadurch werden jährlich u. a. 100 Tonnen CO2 eingespart. Verglichen mit einem Standard-Neubau ist das ein um 25 % geringerer Verbrauch. Der Endenergieverbrauch ist um 230.000 kWh niedriger. Das entspricht einem reduzierten Heizölbedarf von 23.000 Litern und liegt 20 % unter dem Normalverbrauch. Der Primärenergieverbrauch liegt sogar 60 % unter dem Normalverbrauch. Das entspricht einem reduzierten Bedarf von 80.000 Litern Heizöl. Das Energiekonzept, das vom Institut für Energietechnik erstellt wurde, unterliegt Validitätsprüfungen zu Forschungszwecken. Es werden sämtliche Energieumsätze erfasst und wirtschaftlich betrachtet. Zudem wird eine CO2–Bilanz erstellt. Auch alle Anforderungen des Hochwasserschutzes und der Thermalwasserquelle, die sich durch die Bebauung dieses Geländes ergaben, wurden berücksichtigt.
Die Vergabe von Aufträgen an überwiegend regionale Unternehmen war uns beim Bau wichtig.
– Sibylle Merk, Geschäftsführerin Passauer Wolf
Bildnachweise: berliberlinski.de, georg-leeb.de, Passauer Wolf























