Aktuelle Studien belegen es: In der Reha-Therapie von Parkinson-Patient:innen tragen auch nicht-medikamentöse Behandlungsmethoden zur nachhaltigen Verbesserung der Lebensqualität bei. Neben bewährten Therapieformen wie Physio-, Ergo- oder Sporttherapie, passt der Passauer Wolf deshalb auch ungewöhnliche Bewegungsformate auf die Bedürfnisse von Menschen mit Morbus Parkinson an und freut sich mit ihnen über erstaunliche Erfolge.
Was bitte ist Parkinson?
Die Parkinson-Krankheit ist die häufigste neurodegenerative Bewegungsstörung. Dabei sterben in einem bestimmten Hirnareal, der Substantia nigra, dopaminerge Nervenzellen ab. Der Dopaminmangel beeinträchtigt zunehmend besonders die harmonische Steuerung von Bewegungen. Sie verlangsamen sich, Schritte werden kleiner, unsicherer. Es kommt zu Versteifungen oder Zittern. Die Stimme wird leiser und monotoner, die Handschrift kleiner und unleserlicher. Etwa 400.000 Menschen leiden in Deutschland an Parkinson — Tendenz steigend. Das Neurologische Zentrum für Bewegungsstörungen im Passauer Wolf Bad Gögging ist auf die akutstationäre und rehabilitative Behandlung von Bewegungsstörungen, insbesondere Parkinson, spezialisiert.
Sich durchboxen
Boxen als Therapieform bei Morbus Parkinson? »Ja, unbedingt«, sagen die Expert:innen im Passauer Wolf Bad Gögging: Schritt- und Schlagkombinationen, Intervall-Belastungen und Gewichtsverlagerungen beim Boxen verbessern das Gleichgewichtsgefühl, die Beweglichkeit, die Reaktionsfähigkeit und reduzieren gleichzeitig Aggressionen und angestauten Stress. Auch die Angst vor Stürzen lässt nach. Drehbewegungen kräftigen die tiefe Rückenmuskulatur, was sich positiv auf die Haltung auswirkt. Das Erlebnis von fokussierter Kraft stärkt das Selbstvertrauen, macht Freude und motiviert.

Therapie darf Spaß machen. Dann hat sie auch echte Chancen, fester Bestandteil des täglichen Lebens zu werden.
Tanzen wie die Schäffler
Alle sieben Jahre wird in Bayern der historische Schäfflertanz öffentlich aufgeführt. Er erinnert an die Fassmacher, die nach einer Pest-Epidemie auf die Straße gingen und tanzten. Sie wollten die verängstigen Menschen dazu ermutigen, endlich einmal wieder ihre Behausungen zu verlassen, anderen zu begegnen, gemeinsam zu tanzen und neue Lebensfreude zu spüren. Im Passauer Wolf Bad Gögging aber wird im Rahmen der Parkinson-Komplexbehandlung das ganze Jahr über getanzt. Schon die mitreißende Musik richtet die Teilnehmer:innen auf, lässt die Schritte weiter und sicherer werden, aktiviert natürliche Glückshormone. Das Gruppenerlebnis schenkt zusätzlichen Halt. Die Erfahrung von neuer Mobilität und Bewegungssicherheit bringt ein Gefühl von Leichtigkeit und Zuversicht in den Alltag zurück. Bei den »Aktionstagen Gesundheit 2026« in Bad Gögging konnten Interessierte im Passauer Wolf die Wirkungen des Schäfflertanzes selbst ausprobieren. Dass dabei Schwimmnudeln an Stelle der grünen Bögen zum Einsatz kamen, schmälerte den großen Spaß in keinster Weise.
TAIJI: DEM HARTEN MIT WEICHEM BEGEGNEN
Taiji, ursprünglich eine Kampfkunst zur Selbstverteidigung, gilt heute als ganzheitliches Bewegungskonzept, das durch weiche, fließende Bewegungen wohltuend auf Körper, Geist und Seele wirkt. Durch die ruhigen Übungen werden Sehnen, Muskeln, Gelenke und Faszien gekräftigt und geschmeidiger. Neben der Verbesserung von Gleichgewicht, Beweglichkeit und Körperwahrnehmung, profitieren auch Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel- und Immunsystem. Bei regelmäßigem Training reduziert Taiji die Auswirkungen von Spannungen und Stress, stärkt das Gleichgewicht, kräftigt die Körperhaltung und hilft, das gerade bei Parkinson-Patient:innen häufig reduzierte Bewegungsausmaß zu vergrößern.
SELBSTFÜRSORGE, SEELENNAHRUNG
Ob Boxen, Tanzen oder Taiji, Laufen, Wandern oder Schwimmen: Bewegung trainiert nicht nur den Körper, sondern führt auch zu einem größeren, seelischen Gleichgewicht. Sich zu bewegen bedeutet, die eigenen körperlichen Bedürfnisse wahrzunehmen und ernst zu nehmen. Und bewusst etwas für sein körperliches wie seelisches Wohlbefinden zu tun.
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