Wer gut für sich sorgt, kann auch für andere da sein. Mitarbeiter:innen erzählen, was Selbstfürsorge für sie bedeutet und wie gegenseitige Unterstützung unser Miteinander prägt. Denn: Nur wenn man auch auf sich selbst achtet, kann man langfristig gut für andere da sein.

GABRIELE PINSKER, STELLVERTRETENDE LEITUNG PHYSIKALISCHE THERAPIE BAD GRIESBACH
Für Gabriele Pinsker bedeutet Selbstfürsorge, bewusst auf die eigenen Bedürfnisse zu achten und sich im Alltag regelmäßig Zeit für Dinge zu nehmen, die ihr guttun. Dabei sind es oft die kleinen, festen Gewohnheiten, die ihr helfen, körperlich und mental in Balance zu bleiben. »Meine tägliche Mittagspause verbringe ich möglichst im Freien. Die Natur mit allen Sinnen zu genießen, gibt mir neue Energie und hilft mir, den Kopf freizubekommen«, erzählt sie. Auch eine gesunde Ernährung ist für die Therapeutin wichtig. »Mindestens einen Apfel am Tag zu essen, gehört für mich genauso zur Selbstfürsorge wie ausreichend Schlaf.« Bewegung spielt ebenfalls eine wichtige Rolle: Ob zu Fuß oder mit ihrem neuen Business-E-Bike – tägliche Aktivität ist für sie selbstverständlich. Ebenso wichtig ist ihr Zeit für Hobbys und Freundschaften. Im Alltag gelingt Gabriele Pinsker Selbstfürsorge vor allem durch eine gute Organisation. Sie plant feste Zeiten für ihre häuslichen Verpflichtungen ein und reserviert sich gleichzeitig bewusst Raum für persönliche Interessen und Erholung. »Ich achte darauf, dass neben den Aufgaben des Alltags auch Zeit für die Dinge bleibt, die mir Freude bereiten.« Fürsorge für andere prägt sowohl Gabriele Pinskers Berufsleben als Therapeutin als auch ihr privates Umfeld. Menschen mit körperlichen Beschwerden oder Einschränkungen finden in ihr oft eine erste Ansprechpartnerin. Auch Familie, Freund:innen und Bekannte wenden sich häufig an sie, wenn sie Rat oder Unterstützung benötigen. »Mein Beruf besteht aus Fürsorge für andere«, erklärt sie. »Und auch privat hat die Unterstützung von Familie und Freund:innen für mich einen hohen Stellenwert.« Die größte Herausforderung sieht sie darin, die eigenen Grenzen zu wahren und auch einmal »Nein« zu sagen. Gerade in einem sozialen Beruf sei das nicht immer einfach. Gleichzeitig wisse sie aber, wie wichtig es ist, sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren. Eine gute Balance zwischen der Fürsorge für andere und der Fürsorge für sich selbst findet sie heute vor allem durch ihre Lebenserfahrung. »Sie hilft mir immer öfter, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen.« Ob ihre Fürsorge gelingt, erkennt sie an den direkten Rückmeldungen der Menschen, mit denen sie arbeitet. Die meist positiven Reaktionen und die Dankbarkeit ihrer Patientinnen und Patienten erfüllen sie mit Freude und Zufriedenheit. »Die Dankbarkeit meiner Patient:innen ist der Motor, der mich antreibt«, fasst sie zusammen. »Sie zeigt mir, dass meine Arbeit etwas bewirkt.«

MANUEL WEDLER, STV. LEITUNG PRÄVENTION GUIDING UND THERAPIE PASSAUER WOLF BAD GRIESBACH
Für Manuel Wedler beginnt Selbstfürsorge lange bevor der eigentliche Alltag startet. Während viele Menschen morgens noch nach dem ersten Kaffee greifen, rollt er bereits seine Yogamatte aus. Die tägliche Yoga-Praxis ist für ihn weit mehr als Bewegung – sie ist ein bewusster Moment des Ankommens. »Diese Zeit brauche ich, um meine Gedanken zu sortieren, meinen Körper wahrzunehmen und ruhig sowie klar in den Tag zu starten.« Doch Selbstfürsorge endet für den RV Fit-Guide nicht mit der Morgenroutine. Vielmehr ist sie eine Haltung, die ihn durch den gesamten Tag begleitet. Gerade in stressigen Phasen versucht er, immer wieder kleine Momente der Achtsamkeit einzubauen. Dann hilft es ihm, bewusst innezuhalten, tief durchzuatmen oder einen Augenblick lang die Aufmerksamkeit auf die Natur oder die eigenen Sinne zu richten. Auch in seinem Beruf als Therapeut spielt Fürsorge eine zentrale Rolle. Menschen auf ihrem Weg zu begleiten, ihnen zuzuhören und ihnen Sicherheit zu vermitteln, gehört für ihn genauso dazu wie die therapeutische Arbeit selbst. Dabei orientiert er sich an den philosophischen Betrachtungsweisen des Yoga sowie an buddhistischen Gedanken, die seinen Blick auf das Miteinander prägen. »Ein liebevoller und respektvoller Umgang mit anderen Menschen ist etwas sehr Wesentliches.« Gleichzeitig weiß Manuel Wedler, dass Fürsorge für andere nur dann nachhaltig möglich ist, wenn man die eigenen Bedürfnisse nicht aus den Augen verliert. Die größte Herausforderung besteht für ihn darin, sich trotz vollem Terminkalender, zahlreicher Reize und Verpflichtungen bewusst Zeit für sich selbst zu nehmen. Um die Balance zu halten, setzt er auf regelmäßige Selbstreflexion. »Nur wenn man auch auf sich selbst achtet, kann man langfristig gut für andere da sein.« Ob ihm das gelingt, zeigt sich oft in den kleinen Begegnungen des Alltags. Für Manuel Wedler bedeutet Fürsorge, Menschen aufmerksam, respektvoll und auf Augenhöhe zu begegnen. Echtes Zuhören, Verständnis und Präsenz können dabei oft mehr bewirken als große Worte. »Wenn sich Menschen gesehen fühlen, entsteht meist etwas Wertvolles für beide Seiten.«

JULIA AIGNER, PERSONALABTEILUNG PASSAUER WOLF BAD GRIESBACH
Wenn Julia Aigner über Selbstfürsorge spricht, landet sie früher oder später immer beim Tanzen. Kein Wunder – schließlich begleitet sie diese Leidenschaft bereits seit 25 Jahren. Für die Personalerin ist Tanzen weit mehr als ein Hobby oder sportlicher Ausgleich. Es ist ein fester Bestandteil ihres Lebens, eine Quelle neuer Energie und ein Ort, an dem sie ganz bei sich selbst sein kann. Selbstfürsorge bedeutet für sie, bewusst Verantwortung für die eigene körperliche und mentale Gesundheit zu übernehmen und frühzeitig darauf zu achten, was ihr guttut. Gerade in einem Alltag, der von beruflichen Aufgaben, ehrenamtlichem Engagement im Sportverein und bei der Freiwilligen Feuerwehr geprägt ist, braucht es feste Ankerpunkte. Einer davon sind ihre Trainingszeiten. Sie stehen unverrückbar im Kalender und werden nur in Ausnahmefällen verschoben. »Das Training ist mein wichtigster Ausgleich«, sagt Julia Aigner. Nach vielen Stunden am Schreibtisch schafft die Bewegung einen bewussten Gegenpol und hilft ihr dabei, den Kopf freizubekommen. Dabei geht es nicht nur um körperliche Fitness. Tanzen verbindet für sie Bewegung, Kreativität und Gemeinschaft. Das Training stärkt Ausdauer, Koordination und Körpergefühl, gleichzeitig bietet es die Möglichkeit, sich stetig weiterzuentwickeln und neue Herausforderungen anzunehmen. Besonders wertvoll ist für sie das Gefühl der Zugehörigkeit. Im Tanzsport unterstützt man sich gegenseitig, motiviert sich als Team und erlebt gemeinsam Erfolge – aber auch Rückschläge. Gerade deshalb bleiben die besonderen Momente lange in Erinnerung. »Wenn man nach vielen Monaten Training eine Show-Premiere feiert, fällt nicht nur ein Stein vom Herzen, sondern eher ein ganzes Gebirge«, lacht sie. Freudenschreie, Tränen der Erleichterung und das gemeinsame Feiern seien jedes Mal aufs Neue unbezahlbar. Auch in ihrem Berufsalltag spielt Fürsorge eine wichtige Rolle. Als Mitarbeiterin der Personalabteilung ist es ihr wichtig, ein offenes Ohr für Kolleginnen und Kollegen zu haben und zu einem positiven Arbeitsumfeld beizutragen. »Für mich gehören Selbstfürsorge und Fürsorge für andere eng zusammen.« Schließlich könne man nur dann für andere da sein, wenn man die eigenen Bedürfnisse nicht aus den Augen verliert. Die größte Herausforderung besteht für sie darin, bei den vielen Aufgaben und Verantwortlichkeiten den Überblick zu behalten und die eigenen Belastungsgrenzen rechtzeitig zu erkennen. Umso wichtiger sind feste Routinen und bewusste Auszeiten. Das Tanzen hilft ihr dabei immer wieder aufs Neue. Während des Trainings kann sie vollständig abschalten, den Arbeitsalltag hinter sich lassen und neue Kraft tanken. Wenn sie nach dem Training ausgeglichen, motiviert und voller Energie nach Hause fährt, weiß sie, dass sie genau das getan hat, was ihr guttut.

VERA KÖHLER, CONTROLLING PASSAUER WOLF BAD GRIESBACH
Bei Vera Köhler hat Selbstfürsorge wenig mit Stillstand zu tun. Im Gegenteil: Sie findet sie oft genau dort, wo Bewegung, Begegnung und persönliche Entwicklung zusammenkommen. Wer ihren Alltag betrachtet, merkt schnell, dass sie nicht auf die große Auszeit wartet, sondern viele kleine Momente schafft, die ihr Kraft geben. Ein fester Bestandteil ist beispielsweise das wöchentliche »Walk and Talk« mit ihren Freundinnen. »Wir gehen gemeinsam walken, bewegen uns an der frischen Luft und haben gleichzeitig Zeit zum Ratschen.« Für sie ist das die perfekte Kombination aus Bewegung, Austausch und Entspannung. Auch sonst nutzt sie jede Gelegenheit, aktiv zu bleiben. Oft entscheidet sie sich bewusst für das Fahrrad statt für das Auto – egal ob auf dem Weg zur Arbeit, zum Kinderturnen oder für kleine Besorgungen. Bewegung gehört für sie genauso selbstverständlich zum Leben wie gesunde Ernährung. Gleichzeitig legt sie großen Wert darauf, sich persönlich weiterzuentwickeln. Ein digitales Englisch-Tandem gehört ebenso zu ihren festen Routinen wie die kürzlich abgeschlossene Ausbildung zum Life Coach. Daneben findet sie Ausgleich beim Laufen, Nähen oder Lesen. »Es sind oft die kleinen Dinge, die am Ende einen großen Unterschied machen.« Dass Selbstfürsorge in ihrem Alltag tatsächlich Platz findet, liegt vor allem daran, dass sie sie nicht als zusätzlichen Programmpunkt betrachtet. Stattdessen integriert sie viele Dinge ganz selbstverständlich in ihre täglichen Abläufe. Klare Strukturen und feste Routinen helfen ihr dabei, dranzubleiben, ohne jedes Mal neue Motivation aufbringen zu müssen. Fürsorge für andere spielt sowohl privat als auch beruflich eine wichtige Rolle. »Wenn es meinem Umfeld gut geht, geht es auch mir gut«, beschreibt Vera Köhler ihre Haltung. Auch wenn ihre Arbeit von Zahlen, Planungen und Controlling geprägt ist, sind für sie Gäste und Mitarbeiter:innen ein entscheidender Faktor, denn ohne sie würde nichts funktionieren. Deshalb ist es ihr wichtig, Wertschätzung zu zeigen und ein Umfeld mitzugestalten, in dem sich Menschen wohlfühlen können. Besonders Freude bereitet es ihr, Dinge anzustoßen, die auch anderen zugutekommen. So hat sie das Thema Foodsharing im Verwaltungsbereich etabliert und Kolleg:innen dafür begeistert. Auch an einem Schwimmkurs für Nichtschwimmerinnen im Passauer Wolf beteiligte sie sich mit Begeisterung. »Ich schwimme selbst sehr gern und wollte dieses Gefühl weitergeben«, erzählt sie. Die größte Herausforderung besteht für sie darin, sich selbst im Trubel von Familie, Beruf und Alltag den gleichen Stellenwert einzuräumen wie allen anderen Aufgaben. Gerade wenn noch Arbeit im Haushalt wartet, fällt es nicht immer leicht, bewusst Zeit für sich selbst einzuplanen. Umso wichtiger ist für sie die Erkenntnis, dass gute Fürsorge immer bei einem selbst beginnt. »Nur wenn es mir gut geht, kann ich auch für andere da sein.« Ob das gelingt, zeigt sich für Vera Köhler vor allem in den zwischenmenschlichen Momenten. Wenn Menschen gerne zusammenarbeiten, eine positive Stimmung entsteht und sich andere wohlfühlen, dann weiß sie, dass sie etwas richtig gemacht hat.
Bildnachweis: Matt und Glänzend





















