Manche Karrieren verlaufen nicht als Linie, sondern als Schleife. Man wechselt den Arbeitgeber, kommt aber wieder zurück: In eine bessere Stellung, mit mehr Wissen oder Erkenntnissen. Fünf unserer Mitarbeiter erzählen, wieso sie zum zweiten Mal bei Passauer Wolf arbeiten.

DOROTHEE KÜHNAU
LEITENDE ÄRZTIN DER FRÜHREHABILITATION
„Es hat mir schon immer Spaß gemacht, hier zu arbeiten. Beim Passauer Wolf in Nittenau war ich von 2005 bis 2010 Assistenzärztin in der Neurologie.“ Zur Weiterbildung zum Facharzt gehört auch, dass junge Mediziner ein Jahr in einer Psychiatrie absolvieren. Dorothee Kühnau: „Ich hatte mich für die Forensik entschieden. Und so bewarb ich mich in Straubing in der Hochsicherheitsforensik, im ‚niederbayerischen Alcatraz‘, für besonders gefährliche Patienten und Psychopathen. Ich fand es spannend, in die unendlich tiefen Abgründe der menschlichen Seele zu blicken.“ Danach folgten anderthalb Jahre in der Neurologie, doch empfand Dorothee Kühnau die Arbeit in einem großen Krankenhaus als schwierig. Sie erinnerte sich an das angenehme Arbeitsklima im Passauer Wolf: „Ich habe stets Kontakt zu den früheren Kollegen gehalten. Und eines Tages fragte ich dort nach: ‚Habt Ihr Bedarf?‘ Und sie hatten.“ Heute arbeitet Dorothee Kühnau als leitende Ärztin, schätzt die Freundlichkeit der Kollegen, die kurzen Amtswege und ihr überschaubares Team aus zehn Leuten. „Es ist so ein nettes, und auch ein kleines Haus. Vor allem kenne ich hier alle, von der Putzfrau bis zum Chef.“
»Im Hochsicherheitstrakt blickte ich in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele.«
BIRGIT SCHATZ
SPRACHTHERAPEUTIN
„Für mich ist der Passauer Wolf Bad Gögging schicksalhaft“, lacht Birgit Schatz. Die Sprachheilpädagogin kam bereits zweimal zurück: „1998 eröffneten zwei meiner Nittenauer Kolleginnen eine Praxis.“ Birgit Schatz versprach sich dort flexiblere Arbeitszeiten, da sie damals Mutter ihres ersten Sohnes Vincent geworden war. „Aber der Kontakt zu den Kollegen vom Passauer Wolf ist nie abgebrochen. 2005 bot man mir die Rückkehr in die Klinik an.“ Ganze zwölf Jahre blieb sie dort. 2017 wechselte sie wieder in die Praxis: „Meine Freundin, die Praxisinhaberin, hatte so viele Patienten auf der Warteliste.“ Diesmal kam Birgit Schatz bereits nach einem Jahr zurück. „Als klar war, dass ich meinen vertrauten, langjährigen Arbeitsplatz in der Klinik wieder antreten kann, war ich erleichtert und dankbar. Der Ausflug in die Praxis war fachlich und persönlich bereichernd. Gleichzeitig aber wurde mir klar, wie wichtig es für mich ist, Teil eines großen interdisziplinären Teams und nah und intensiv an den Patienten dran sein zu können.“

»Ich habe das hier vermisst. Die angenehmen Arbeitszeiten, die Herzlichkeit. Fast wie eine Familie.«

ANTONIA HENKEL
GESCHÄFTSLEITUNG
„Ich war schon früh beim Passauer Wolf: Während meiner Ausbildung als Physiotherapeutin absolvierte ich hier mein Praktikum und blieb dann bis 2004.“ Antonia Henkel träumte von einer eigenen Praxis und wechselte in einen Praxisbetrieb. „Eine schlechte Idee: Alle 20 Minuten ein oder zwei Patienten, schuften im Akkord, oft zwölf Stunden am Tag.“ Ihr früherer Therapieleiter wusste, dass sie noch in der Nähe war, er hatte sie stets auf dem Schirm. „Als 2006 eine stellvertretende Therapieleitung in Ingolstadt gesucht wurde, rief er mich an.“ Im Schnellverfahren wechselte Antonia Henkel im selben Jahr von der Therapieleitung in Ingolstadt nach Nittenau, wo sie 2018 Geschäftsleiterin wurde. „Ich mag den Verbund zwischen den Teammitgliedern und den Häusern. Wir haben so viel Austausch an Wissen und Ideen, Therapieleiterrunden, Brainstormings und Mitarbeitertreffs. Wo gibt es das sonst?
»Ich hätte nie erwartet, dass ich als ‚einfache‘ Physiotherapeutin einmal eine Führungsposition einnehme.«
LAILA-RAMONA SAILER
PFLEGEHELFERIN
Laila Sailer hat eine Hörbehinderung und trägt Hörgeräte. „Nach einer ersten Ausbildung als Bürokraft startete ich eine Ausbildung im Passauer Wolf als Altenpflegerin.“ Doch als Lailas zweites Kind kam, kurz nach dem ersten Lehrjahr, musste sie abbrechen. „Meine Pflegedienstleiterin Beate sagte mir nach der Geburt: ‚Du kannst zu uns als Pflegehelferin zurückkommen, deine Ausbildung bisher ist absolut ausreichend‘.“ Laila nahm dankend an. „Als Hörbehinderte ist das für mich nicht selbstverständlich, es erfüllt mich mit tiefer Dankbarkeit. Ich bin so glücklich in der Pflege. Wir arbeiten rückenschonend. Und wir animieren auch sehr alte Menschen dazu, wieder selbständig zu werden, mobil und selbstbestimmt.

»Meine Stationsleiterin hat mir den Rückweg immer offen gehalten. Das ist keine Selbstverständlichkeit«

MED. MICHAEL GRUBWINKLER
CHEFARZT DER ORTHOPÄDIE
Bereits 2009 und 2010 war Dr. Michael Grubwinkler als leitender Oberarzt in der Passauer Wolf City-Reha in Ingolstadt tätig. „Als sich mir die Möglichkeit bot, mit ehemaligen Studien- und Arbeitskollegen gemeinsam in eine Praxisgemeinschaft einzutreten, empfand ich das als absolut verlockend.“ Das „Abenteuer Praxis“ gestaltete sich für ihn dann allerdings schwieriger als erwartet. „Daher entschloss ich mich 2014 zu einem Ausstieg aus der Praxis. Eine komplizierte Entscheidung, die ich aber noch keine Sekunde lang bereut habe.“ Über den Eishockeyclub ERC Ingolstadt, den Dr. Michael Grubwinkler über mehrere Jahre als Mannschaftsarzt betreute, bestand über die Jahre stets eine Verbindung zum Passauer Wolf. „Zufälliger- und glücklicherweise war genau zu diesem Zeitpunkt die Stelle des Chefarztes der Passauer Wolf City-Reha, meiner alten Wirkungsstätte, neu zu besetzen. Ein Volltreffer. Ich arbeite heute in einem demokratischen Team, habe enorm viel Verantwortung und kann mehr entscheiden und bewegen, als ich es jemals zuvor in meinem Berufsleben konnte.“
»Ich bin hier als Chefarzt unabhängiger, als ich es in meinen früheren Tätigkeiten jemals war. Hier kann ich wirklich etwas bewegen«
Bildnachweis: Birgid Allig






















