Wie der Blitz dem Donner vorausgeht, so geht die Vorstellung einer Tat ihrer Verwirklichung voraus. Aus gutem Grund haben mentale Trainingsmethoden etwa im Profisport längst Einzug gehalten: Durch die Kraft der Imagination können Bewegungsabläufe oder zu erreichende Ziele besser und schneller verinnerlicht werden. Das entspannt gerade vor wichtigen Wettkämpfen, stärkt das Konzentrationsvermögen und bringt das Selbstvertrauen zum Strahlen. In der Parkinson-Therapie im Passauer Wolf Bad Gögging binden wir auch ungewöhnliche, erfolgversprechende Therapieformen in die Behandlung mit ein, zum Beispiel aus der Theaterpädagogik.
Wilde Grimassen – entschlossener Schritt
Nicht selten kommt es bei fortschreitender Parkinson-Erkrankung zu Störungen der Sprachfähigkeit. Die Stimme wird leiser, monotoner, die Mimik verliert ihre Lebendigkeit. Häufig ziehen sich Betroffene dann zurück, meiden Begegnungen, verschließen sich, werden depressiv. Um der Sprache wieder Gehör zu verschaffen, gestaltet die Logopädie im Rahmen der Parkinson-Komplexbehandlung besondere Einzel- oder Gruppenerlebnisse: Durch theaterpädagogische Übungen nehmen Patient:innen Tuchfühlung auf mit ihrer persönlichen Ausdruckskraft. Sie finden wieder Zugänge zu ihrer verschüttet geglaubten Kreativität, den eigenen Gefühlen und auch zu den Emotionen anderer Menschen. Deshalb schneiden wir krasse Grimassen, gestikulieren wild, sprechen mit verteilten Rollen, schreiten als Julius Cäsar oder Lady Macbeth durch den Therapieraum. Allein schon die Vorstellung einer historischen Figur richtet die Haltung auf, verleiht dem Schritt Entschlossenheit oder feminine Eleganz. Übertreibung ist dabei durchaus erwünscht. Sie hilft nicht nur spielerisch den eigenen Klang- und Bewegungsradius zu vergrößern, sie ist auch ein Garant für kleinere und größere Lachsalven im Reha-Alltag. Eine neue Leichtigkeit wird erfahrbar. Am Ende einer Übungseinheit ist der Therapieraum mit Heiterkeit und Stolz gefüllt.
Mehr Plätze für die Parkinsonkomplexbehandlung
Aufgrund wachsender Nachfrage hat der Passauer Wolf Bad Gögging die Kapazitäten für die Parkinson-Komplexbehandlung vergrößert. Im Zentrum der stationären Akutbehandlung steht dabei immer die Situation eines einzelnen Menschen, seine besonderen Bedürfnisse, Wünsche und Ziele. Neben der medikamentösen Einstellung gewinnen Patient:innen – geleitet und unterstützt durch ein multiprofessionelles Team aus Physio-, Ergo-, Sporttherapeut:innen und Logopäd:innen – Schritt für Schritt an Beweglichkeit und Stabilität, an Stimmkraft und Ausdrucksfähigkeit. Dazu kommen Methoden wie die Lee-Silverman-Voice-Therapie (LSVT® Voice) oder die BIG-Therapie. Darüber hinaus profitieren Patient:innen auch von Konzepten, die der Passauer Wolf auf die speziellen Bedürfnisse von Parkinson-Patient:innen zuschneidet, etwa dem Schäfflertanz oder Methoden aus der Theaterpädagogik. Das Neurologische Zentrum für Bewegungsstörungen im Passauer Wolf Bad Gögging ist als Parkinson-Fachklinik zertifiziert.
Bildnachweis: berliberlinski.de





















